Negative Aktien-Performance - Die Börsen boomen - aber «Mr. Dax» schmiert ab

Im Super-Börsenjahr 2019 war es fast unmöglich, mit Aktien-Fonds keine Rendite zu erzielen. Doch Börsen-Star Dirk Müller hat mit seinem Fonds genau das geschafft. Wie konnte das passieren?
11.12.2019 14:23
Von Henning Hölder
Börsenmakler und Fondsmanager Dirk Müller.
Börsenmakler und Fondsmanager Dirk Müller.
Bild: cash

Privatanleger, die in den "Dirk Müller Premium Aktien Fonds" investiert sind, dürften dieses Jahr stets neidisch auf die weltweiten Aktienindizes geschaut haben. Seit Anfang Jahr stieg der Welt-Index MSCI World um 21,5 Prozent, der Swiss Performance Indes (SMI) um 22,4 Prozent und der Dow Jones Industrial immerhin um 19,4 Prozent. Der Schweizer Aktienmarkt steuert auf sein bestes Jahr seit 13 Jahren hin.

Die Performance des "Premium Aktien Fonds" von Börsen-Profi Dirk Müller, bekannt geworden als "Mr. Dax", fällt dieses Jahr hingegen weitaus bescheidener aus: Stand jetzt verzeichnet der von ihm aktiv gemanagte Fonds ein Minus von 2,2 Prozent.

Kursverlauf "Dirk Müller Premium Aktien" & MSCI World seit Anfang Jahr, Quelle: cash.ch. 

Wie kann das sein in diesem Super-Börsenjahr 2019? Wirft man einen Blick in das Portfolio, fällt auf, dass eigentlich nichts auffällt. Der Fonds ist mit rund 74 Prozent stark auf den US-Markt ausgerichtet und überwiegend in grosskapitalisierte Unternehmen investiert.

Akienportfolio ist nicht das Problem

Laut Factsheet wird bei der Aktienauswahl besonders auf eine nachhaltig hohe Bilanzqualität, eine starke Wettbewerbssituation sowie auf ein überproportionales Gewinnwachstum Wert gelegt. Die Zusammensetzung nach Branchen erscheint ebenfalls nicht ungewöhnlich: Rund 33 Prozent sind im IT-Software-Bereich investiert, rund 25 Prozent im Gesundheitswesen und 13 Prozent in Finanzdienstleistungen. So weit, so normal.

Und auch die Aktienauswahl – derzeit ist der Fonds in 36 Aktien investiert – erscheint mehr oder weniger konventionell. Klar, es finden sich Aktien, die dieses Jahr stark abrutschten, wie der Roboter-Hersteller iRobot (-45 Prozent) oder der Zahlungsdienstleister Wirecard (-10 Prozent). Doch gleichzeitig hat Mr. Dax Titel im Portfolio, die seit Anfang Jahr überdurchschnittliche Kursanstiege verzeichnen: darunter MSCI (+76 Prozent), Apple (+68 Prozent) oder Nvidia (+63 Prozent).

Tops und Flops 2019 

Quelle: Webinar, dirk-mueller-fonds.de/.

Der Grund für die dürftige Performance des "Dirk Müller Premium Aktien Fonds" wird darin liegen, dass Müller seinen Fonds regelmässig durch Derivate in Form von Futures absichert. Das Ziel seines Fonds sei es, "in dieser Phase der Unsicherheit kein Geld zu verbrennen, sondern auf Sicherheit zu gehen", wie er einem Webinar von Anfang Dezember auf seiner Homepage erklärt. Für Müller sind die Aktien-Anstiege dieses Jahr vor allem von der Hoffnung auf einen Handelsstreit getrieben – und damit trügerisch.  

Die Absicherung des Portfolios bewährte sich denn auch in den letzten Jahren, wenn es zu stark fallenden Kursen kam. So kam der Fonds Ende letzten Jahres, als die Kurse weltweit absackten, kaum unter Druck. Er konnte sogar leicht zulegen. Aber: Seit Bestehen des Fonds hat sich diese Strategie nicht ausgezahlt. Seit der Auflage im April 2015 verzeichnet der Fonds ein Minus von über 1 Prozent.

Hoffen auf den Crash

Müller bestreitet in seinem Webinar nicht, dass die Performance dieses Jahr dürftig war. "Wir haben versucht, die Aufwärtsbewegung mitzugehen, wurden aber leider knapp ausgestoppt. Doch das ist mir lieber, als das Geld der Kunden zu riskieren", sagt er im Video. Seine Strategie für die Zukunft ist klar: warten auf den nächsten Crash und dann günstig einsteigen. "Derzeit passen die Kurse nicht zu den Risiken. Das wird sich bald ändern und dann lohnt es sich, billig einzusteigen."

Dirk Müllers risikoaverse Strategie scheint durchaus durchdacht und legitim. Dadurch wurden in den letzten knapp fünf Jahren aber auch viele Chancen verpasst. Dirk Müller gesellt sich seit Jahren zu den regelmässigen Crash-Propheten. Da dieser jetzt allerdings bis heute ausblieb, will sein Fonds noch immer nicht in Fahrt kommen.

Dirk Müller wurde während der Finanzkrise 2008 bekannt. Damals war er Händler und hatte seinen Arbeitsdesk direkt unter der Fieberkurven-Tafel des Dax an der Frankfurter Börse. Schnell wurde sein Mimik – je nach Börsenverlauf mehr oder weniger zuversichtlich dreinschauend – zum beliebten Sujet für Fotografen. Dadurch erlangte er den Namen "Mr. Dax". Heute ist der ehemalige Trader nicht mehr in seinem ursprünglichen Beruf tätig, er ist mittlerweile Buchautor, Kommentator des Wirtschafts- und Politikgeschehens in TV-Talk-Shows, Betreiber einer eigenen Finanz-Website und seit April 2015 eben auch Manager seines eigenen Anlagefonds. 

 

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