Die Aktien von Nestlé haben am Donnerstag nach der Publikation der Quartalsergebnisse kräftig zugelegt. Bis um 09.40 Uhr stiegen die Titel um 6,06 Prozent auf 80,08 Franken, während der Swiss Market Index lediglich um 0,91 Prozent auf 13'176 Punkte vorrückte.
Hintergrund ist beim Nahrungsmittelkonzern aus Vevey ein besser als erwartetes organisches Wachstum im ersten Quartal: 3,5 Prozent, getragen von einem Mengenwachstum (RIG) von 1,2 Prozent, das die Analystenerwartungen deutlich übertraf. An den Jahreszielen hält der Konzern fest.
Die Ergebnisse stossen bei Analysten auf breite Zustimmung. Jean-Philippe Bertschy von Vontobel spricht von «ersten Anzeichen einer Wiederbelebung des Volumenwachstums» und sieht das Resultat als die Art von Bestätigung, auf die Investoren gewartet hätten. Er bekräftigt sein Kaufurteil mit einem Kursziel von 90 Franken.
Noch optimistischer zeigen sich die Analysten des US-Hauses Bernstein SG: Rechne man die 90 Basispunkte Minus wegen des Babymilch-Rückrufs dazu, hätte das organische Wachstum gar 4,4 Prozent betragen – eine weitere Beschleunigung gegenüber den Vorquartalen. «Der Navratil/Isla-Turnaround-Zug scheint an Fahrt zu gewinnen», so das Fazit.
Positiv hervorgehoben wird auch das Kaffeegeschäft: Die Analysten der kanadischen RBC begrüssen, dass sich der Bereich nach dem Preisdruck des Vorjahres mit einem RIG von 3,5 Prozent und einem organischen Umsatzwachstum von 9,3 Prozent wieder erholt. Zudem normalisiere sich die Produktverfügbarkeit bei Säuglingsnahrung nach den Rückrufen im Januar, und die Konsumentennachfrage scheine sich zu erholen.
Gian Marco Werro von der Zürcher Kantonalbank hält an «Übergewichten» fest, mahnt aber zur Vorsicht: Der negative Währungseffekt von geschätzten 3,7 Prozent für 2026 sowie die Herausforderung, 18 schwächere Geschäftsbereiche gleichzeitig zu sanieren und Kernmarken zu stärken, bleibe ein Balanceakt.
Laut Bloomberg-Daten empfehlen derzeit elf Analysten die Aktie zum Kauf, zwölf zum Halten und zwei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 85,44 Franken – rund 6,7 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Trotz des Kurssprungs bleibt die Aktie belastet. Seit Jahresbeginn liegt Nestlé mit rund 4 Prozent im Minus, während der SMI weitgehend seitwärts tendiert. Auf Zwölfmonatssicht resultiert gar ein Rückgang von über 13,5 Prozent. Die anfängliche Euphorie um das Sparprogramm und die neue Wachstumsstrategie unter CEO Philipp Navratil und Präsident Pablo Isla verpuffte damals rasch.
(cash/AWP)
