Nestlé treibt informierten Kreisen zufolge den Verkauf eines Anteils an seinem fünf Milliarden Euro schweren Wassergeschäft voran. Zu der Sparte gehören die bekannten Mineralwassermarken Perrier und S.Pellegrino.
Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern fordert Interessenten auf, noch in diesem Monat Erstgebote für die Beteiligung einzureichen, sagten die Personen, die anonym bleiben wollten, da es sich um vertrauliche Informationen handelt. Nestlé arbeitet bei dem Verkauf mit der Bank Rothschild zusammen.
Die Private-Equity-Gesellschaften Blackstone, KKR, Bain Capital und Clayton Dubilier & Rice haben Interesse an dem Vermögenswert gezeigt, wie Bloomberg News zuvor berichtete. Banker arbeiten den Angaben zufolge an einer Fremdfinanzierung in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro zur Unterstützung einer möglichen Transaktion. Die Fremdfinanzierung soll in Form von Leveraged Loans in Euro und Dollar erfolgen, hiess es.
Die geplante Fremdfinanzierung entspreche etwa dem Vier- bis Sechsfachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen der Wassersparte in Höhe von rund 500 Millionen Euro, sagte eine der Personen. Die Beratungen dauerten an, und es seien noch keine endgültigen Entscheidungen über Umfang oder Zeitpunkt des Anteilsverkaufs getroffen worden, sagten die Personen. Ein Sprecher von Nestlé lehnte eine Stellungnahme ab. Von Rothschild gab es zunächst keinen Kommentar.
Nestlé hatte Ende 2024 angekündigt, sein Wassergeschäft auszugliedern, das seit Langem als Kandidat für eine Umstrukturierung gilt. Die Wiederaufnahme des Prozesses folgt auf eine Führungskrise bei dem Konzern, die im September zur Ernennung von Philipp Navratil zum neuen Chief Executive Officer führte.
Während Banker die Wassersparte mit ihren Premiummarken als wertvollen Vermögenswert betrachten, dürften Investoren Umweltbedenken berücksichtigen, die im Zusammenhang mit abgefülltem Wasser stehen, sowie jüngste Skandale bei Nestlé.
Der Nahrungsmittelkonzern geriet 2024 unter Druck, nachdem er eingeräumt hatte, Filtermethoden eingesetzt zu haben, die für natürliche Mineralwässer illegal sind. Zudem kämpft das Unternehmen mit einer sich verschärfenden Krise um verunreinigte Säuglingsnahrung.
Private-Equity-Transaktionen nahmen im vergangenen Jahr deutlich zu im Zuge der allgemeinen Erholung bei Fusionen und Übernahmen. Zugleich waren Beteiligungsgesellschaften darauf aus, ihre umfangreichen liquiden Mittel einzusetzen.
Mittlerweile gibt es eine wachsende Zahl an Transaktionen, da Unternehmen und Finanzinvestoren die verbesserte Marktstimmung nutzten. Einige Banker sagen sogar ein Rekordjahr für Fusionen und Übernahmen voraus.
(Bloomberg)
