«Unsere Ergebnisse für ‌das ⁠erste Quartal zeigen, dass unsere auf Wachstum ausgerichtete Strategie Früchte trägt», sagte der seit Herbst vergangenen Jahres amtierende Konzernlenker am Donnerstag. «Die ⁠Resultate waren in den meisten Regionen und Kategorien stark, insbesondere bei Kaffee sowie Lebensmitteln und Snacks.» Besonders hervorzuheben sei das Wachstum in den Schwellenländern.

Navratil ‌bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr, wonach das organische Wachstum zwischen drei und ‌vier Prozent liegen und die operative Ergebnismarge steigen soll. ​Der ehemalige Nespresso-Leiter hatte im Oktober das Ruder bei dem kriselnden Branchenprimus übernommen und ihm einen Konzernumbau verschrieben.

Er will das Geschäft auf die vier Bereiche Kaffee, Produkte für Heimtiere und Nutrition sowie auf führende regionale Positionen im Bereich Kulinarikprodukte und Snacks fokussieren. Er kündigte zudem an, die Kaffeekette Blue Bottle Coffee zu verkaufen und für sein Wassergeschäft nach potenziellen Partnern zu ‌suchen.

Im ersten Quartal legte der Hersteller von Nespresso, Maggi und KitKat aus eigener Kraft stärker zu als von Analysten erwartet, obwohl der starke Franken die Erlöse drückte. Das organische Wachstum, bei dem Währungseffekte sowie Firmenkäufe und -verkäufe ausgeklammert sind, ​betrug 3,5 Prozent und übertraf damit die Analystenschätzungen von 2,4 Prozent.

Neben um 1,2 Prozent ​höheren Verkaufsmengen sorgten Preiserhöhungen von 2,3 Prozent für Rückenwind. Ein weltweiter ​Rückruf von Säuglingsnahrung belastete derweil mit etwa 0,9 Prozentpunkten. Der Gesamtumsatz sank wegen des starken Franken um 5,7 Prozent auf 21,3 Milliarden Franken.

Wachstumstreiber war vor ‌allem das Kaffeegeschäft mit einem organischen Zuwachs von 9,3 Prozent, angetrieben durch die Marke Nescafe. Auch die Sparte Lebensmittel und Snacks legte dank einer hohen Nachfrage nach Süsswaren wie KitKat um 4,2 Prozent zu.

Das Geschäft mit Tiernahrung wuchs um ​2,7 Prozent. ​Die Ernährungssparte verzeichnete hingegen einen Rückgang von 3,9 Prozent, was ausschliesslich ⁠auf den Rückruf von Babynahrung zurückzuführen war. Stark entwickelte sich der ​Online-Handel, dessen Umsatz um 15,4 Prozent ⁠zulegte und mittlerweile 21,5 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht.

Geografisch war das Wachstum breit gefächert. In den Schwellenländern legte Nestlé organisch ‌um 4,6 Prozent zu, wobei Mexiko und Brasilien besonders stark abschnitten. In den Industriestaaten betrug das Wachstum 2,8 Prozent. Belastet wurde das Ergebnis durch die Entwicklung in China, wo der Umsatz um mehr als ‌zehn Prozent einbrach. Ein Grund dafür war neben dem Babynahrungs-Rückruf der Abbau von Lagerbeständen ​im Handel.

Nestle hatte im Januar vorsorglich weltweit bestimmte Chargen von Säuglingsnahrung zurückgerufen, nachdem in einer Zutat eines Lieferanten eine Verunreinigung festgestellt worden war. Die Produktverfügbarkeit sei inzwischen wieder normal, teilte der Konzern mit. Eine vollständige Erholung werde bis zum Jahresende erwartet.

Die Aktie von Nestlé steigt im frühen Handel am Donnerstag um 6 Prozent auf 80,50 Franken. Das ist der höchste Stand seit dem 17. März.

(Reuters/cash)