«Es ⁠gibt einen starken Fokus auf ⁠die Umsetzung. Allen Mitarbeitern ist klar, was ‌sie zu tun ‌haben. Wir sehen erste ​positive Resultate, das ist motivierend», sagte Verwaltungsratspräsident Pablo Isla der «Neuen Zürcher Zeitung» (Mittwochausgabe).

Nestle wolle die Verschuldung ‌senken. Der Konzern peile dabei eine Verschuldung des Zwei- bis Dreifachen des operativen ​Betriebsgewinns (Ebitda) an. Ende 2025 ​habe der Konzern ​am oberen Ende dieses Zielbandes gelegen. ‌

Aber das sei nicht beunruhigend, sagte Isla. Nestle generiere einen starken Cashflow. «Wir werden ​zudem ​einige Veräusserungen ⁠vornehmen, etwa einen Teil ​des Wassergeschäfts verkaufen. ⁠Schrittweise wollen wir den Verschuldungsgrad ‌bis in die Mitte des Zielbandes bringen.»

Der Spanier, seit 2025 Präsident des Nahrungsmittelkonzerns, sieht den Schlüssel in einer klaren Fokussierung auf Wachstum. «Zentral ist, dass wir kontinuierlich Volumenwachstum liefern, Quartal für Quartal, Jahr für Jahr. Dann wird der Aktienkurs folgen», sagte er.

Grundlage ist die neue Strategie mit den vier Kernbereichen Kaffee, Heimtiernahrung, Spezial- und Ergänzungsnahrung sowie Food und Snacking. Hinzu komme eine stärkere Leistungskultur im Unternehmen.

Ein besonderer Fokus liegt auf jüngeren Zielgruppen. «Für Nestlé ist es sehr wichtig, junge Kunden besser zu erreichen», betonte Isla. Der Konzern reagiere etwa mit neuen Produkten wie kaltem Kaffee sowie Marketingkampagnen mit Influencern. Damit solle das Image modernisiert und das Wachstum beschleunigt werden.

Der Umbau fällt in eine Phase des Führungswechsels. Nestlé habe «ein neues Kapitel» aufgeschlagen, sagte Isla und verwies auf den Generationenwechsel an der Spitze im vergangenen Herbst mit dem neuen CEO Philipp Navratil und ihm als erstem unabhängigen Präsidenten seit Jahrzehnten. Dieser Wandel gehe mit einem stärkeren Fokus auf Leistung und unternehmerisches Denken einher, sagte Isla.

Zur Kritik an früheren Personalentscheiden zeigte sich Isla selbstkritisch, verteidigte aber das Vorgehen des Verwaltungsrats. Auf die Frage, ob bei der Ernennung des früheren Konzernchefs Laurent Freixe Fehler gemacht worden seien, sagte er: «Im Rückblick kann man diese Frage aufwerfen.»

Entscheidend sei jedoch gewesen, dass das Gremium gehandelt habe, «als die Fakten bekannt waren». Freixe musste nach nur einem Jahr als CEO wegen einer verheimlichten Beziehung mit einer Direktunterstellten den Hut nehmen.

(Reuters/AWP)