In der Euro-Zone steht eine erste Weichenstellung mit Blick auf die künftige Zusammensetzung der ‌Führungsebene ‌der EZB an. Die Finanzminister der Euro-Zone wollen am Montag einen Nachfolger für den Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank, Luis de ​Guindos, nominieren, dessen Amtszeit Ende Mai endet. ‌

Sechs Kandidaten bewerben sich ‌um das Amt - und zwar Mario Centeno aus Portugal, der Lette Martins Kazaks, Madis Müller aus Estland, der Finne Olli Rehn, Rimantas Sadzius aus Litauen und der kroatische ⁠Notenbankchef Boris Vujcic. Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments hat seine Unterstützung für die Kandidatur des lettischen Notenbankchefs Kazaks ​und des früheren EZB-Ratsmitglieds Centeno bekundet.

Der erfolgreiche Kandidat ‌benötigt die Unterstützung von mindestens ‍16 der 21 Euro-Länder, die mindestens 65 Prozent der Bevölkerung der ​Euro-Zone repräsentieren. Die EZB und das Europäische Parlament werden anschliessend konsultiert, bevor die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Gipfeltreffen ‌im März die endgültige Entscheidung über ⁠die Ernennung treffen.

Die Besetzung des ‌Vizechefpostens der EZB ist der Auftakt für einen Prozess zur Neubesetzung des ‍Grossteils des Direktoriums der Europäischen Zentralbank bis Ende 2027. Auch die Position von EZB-Präsidentin Christine Lagarde ​wird vakant, wenn ihre Amtszeit Ende Oktober nächsten ‍Jahres ausläuft.