Die Aktien des Backwarenkonzerns Aryzta legen am Dienstag kräftig zu. Der Titel gewinnt nach Börseneröffnung über 8,4 Prozent auf 59,20 Franken und gehört damit zu den stärksten Werten im breiten Markt. Der SPI legt kurz nach Handelsstart um 0,76 Prozent auf 19'196,56 Punkte zu. Seit Jahresbeginn hat der Aryzta-Titel rund 6 Prozent zugelegt. Auf Zwölfmonatssicht steht allerdings noch ein Minus von gut 35 Prozent zu Buche.
Auslöser für den Kurssprung ist eine Hochstufung der deutschen Privatbank Berenberg. Analystin Chiara Di Giammaria hebt das Rating von «Hold» auf «Buy» an und erhöht ihr Kursziel von 65 auf 75 Franken - das ergibt ein Aufwärtspotenzial von rund 27 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Aryzta befinde sich an einem Wendepunkt in seiner Entwicklung, schreibt Di Giammaria. Das Management habe sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, die mittelfristigen Ziele zu erreichen.
Als positive Impulse nennt die Analystin den Abbau teurer Finanzierungen, mögliche Übernahmen dank sinkender Verschuldung sowie die Aussicht auf eine Kapitalrückführung ab 2026. Zudem sei die Bewertung attraktiv.
Hintergrund der positiven Einschätzung sind Unternehmensmeldungen von Anfang März. Aryzta hat angekündigt, die letzte Hybridanleihe über 144,3 Millionen Franken bis April aus eigenen Mitteln zurückzukaufen, was die Zinskosten weiter senken und den Weg für künftige Dividendenzahlungen ebnen soll. Die Nettoverschuldung war 2025 bereits gesunken. Zudem soll Verwaltungsratspräsident und Interims-CEO Urs Jordi die Konzernführung dauerhaft übernehmen – eine Entscheidung, mit der Experten nicht gerechnet hatten. Die Doppelrolle soll spätestens an der Generalversammlung 2027 enden, wenn ein unabhängiger Verwaltungsratspräsident nachrückt; Jordi selbst will dann als CEO weiteramten.
Gemäss Daten von Bloomberg bewerten unter den beobachteten Analysten zählt Aryzta nun fünf Kauf-, eine Halte- und eine Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel für 12 Monate beläuft sich auf 74,20 Franken.
(cash/AWP)
