Der neue UBS-CEO Sergio Ermotti hat eine Reihe hochkarätiger Ex-Banker der UBS kontaktiert, um ihr Interesse an einem Wiedereinstieg auszuloten, berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Unklar ist, welche Rolle für Naratil in Frage kommt. Er hat das Geldhaus erst vor sechs Monaten verlassen und in den vier Jahrzehnten seiner Tätigkeit bei der Bank eine Reihe von Führungspositionen ausgeübt, darunter Finanzchef und Co-Chef des Wealth Management.

Die UBS holte Ermotti Anfang des Monats als Chief Executive Officer zurück, damit er die Bank durch die historische und komplexe Notübernahme der Credit Suisse steuert. Inzwischen hat er den Strategieberater Oliver Wyman für die Unterstützung der Integration angeheuert, was Ermotti auch wieder mit seinem ehemaligen Berater Huw van Steenis zusammenbringt, der UBS zwischenzeitlich verlassen hatte und jetzt bei Wyman wirkt.

Ein Sprecher der UBS wollte sich nicht zu den Informationen äussern. Naratil war nicht sofort für eine Stellungnahme erreichbar.

Offenbar wendet sich Ermotti vor allem an langjährige Verbündete mit Erfahrung im Investmentbanking und im Finanzbereich, da es bei der Credit Suisse vor allem in diesen Bereichen Handlungsbedarf gibt. Die Finanzchefin der UBS, Sarah Youngwood, ist seit weniger als einem Jahr im Amt und wurde von Ermottis Nachfolger und Vorgänger Ralph Hamers geholt. Der Chef der Investmentbank der UBS, Rob Karofsky, kommt eher aus dem Handelsgeschäft als aus dem Dealmaking.

Eine starke Finanzfunktion habe Priorität für Ermotti, um das Vertrauen der Kunden zu sichern, nachdem die Credit Suisse unter anderem Probleme mit ihrem Geschäftsbericht hatte, so eine der Personen. Ausserdem stehe die Credit Suisse vor Herausforderungen wie dem Abbau problematischer Aktiva und der möglichen Ausgliederung des Schweizer Inlandsgeschäfts.

Iqbal Khan, der mehrere Jahre lang das Wealth-Geschäft der Credit Suisse leitete, bevor er 2019 zu UBS wechselte, war bereits unterwegs, um seine ehemaligen Kollegen zum Bleiben zu bewegen, wie Bloomberg News berichtete. Damit soll die Abwanderung von Talenten gestoppt werden, bevor der Deal abgeschlossen ist.

(Bloomberg)