Erstmals leitet der neue Konzernchef Greg Abel das ‌Aktionärstreffen ⁠in Omaha im Bundesstaat Nebraska, während der legendäre Patriarch Warren Buffett im Publikum erwartet ⁠wird. Mit Spannung blicken Anleger darauf, wie Buffetts langjähriger Vertrauter Abel das Firmenkonglomerat zukunftsfest machen will ‌und welche Verwendung er für dessen enorme Barreserven findet.

Wie ‌Berkshire unmittelbar vor dem Treffen mitteilte, ​stieg der operative Gewinn im ersten Quartal um 18 Prozent auf 11,35 Milliarden Dollar. Dieser speist sich ausschliesslich aus konzerneigenen Unternehmen, während im Überschuss auch Buchgewinne aus Aktieninvestments enthalten sind. Der Überschuss verdoppelte sich auf 10,1 Milliarden Dollar.

Der Kassenbestand wuchs ‌auf einen Rekordwert von 397,4 Milliarden Dollar wuchs. Einen Teil der Barreserven überwies der Konzern im zurückliegenden Quartal an Aktionäre, indem er erstmals seit Mai 2024 Aktien ​zurückkaufte und dafür 234 Millionen Dollar ausgab. Grössere Firmenzukäufe hingegen ​gab es seit einem Jahrzehnt nicht mehr.

Der 63-jährige ​Abel hatte im Januar den 95-jährigen Buffett als Chef abgelöst, während Buffett weiterhin Verwaltungsratsvorsitzender bleibt. Abel ‌steht vor der Herausforderung, aus Buffetts Schatten herauszutreten und das Vertrauen der Anleger zu gewinnen.

Traditionell gilt Berkshires bunt zusammengewürfeltes Firmen- und Aktienportfolio - von der Bahngesellschaft BNSF über Öl- und ​Versicherungsunternehmen ​bis hin zu Apple-Aktien - als Mikrokosmos der ⁠US-Wirtschaft. Doch seit Buffett seinen Rückzug im vergangenen ​Jahr angekündigt hatte, hinkt der ⁠Kurs der Berkshire-Aktie dem US-Leitindex S&P 500 um 39 Prozentpunkte hinterher.

Viele Investoren ‌setzen derzeit verstärkt auf Technologie- und Künstliche-Intelligenz-Werte. Berkshire ist hingegen traditionell in Sektoren wie Versicherungen, Energie, Industrie und Einzelhandel stark vertreten. Abel müsse ‌den grössten Investor aller Zeiten ersetzen, sagte der Vermögensverwalter Paul Lountzis. ​Berkshire zähle eben nicht zu den boomenden Technologiewerten, auf die sich Anleger heutzutage stürzten.

(Reuters)