Die US-Industrie hat im Juni wieder etwas mehr Aufträge an Land gezogen. Die Bestellungen langlebiger Güter von Flugzeugen ‌bis ⁠hin zu Baggern legten um 0,3 Prozent zum Vormonat zu, wie ⁠das Handelsministerium am Montag in Washington mitteilte. Ökonomen hatten mit einem weit stärkeren Plus ‌von 2,5 Prozent gerechnet, nach einem Rückgang von ‌revidiert 4,0 Prozent im Mai. ​

Klammert man den Verkehrsbereich aus, zog das Neugeschäft um 0,6 Prozent an. «Vor allem die Tatsache, dass abseits des volatilen Transportsektors ein erneutes Plus gemeldet wurde, stimmt zuversichtlich, dass die US-Wirtschaft auf Expansionskurs bleibt», erläuterte Helaba-Experte ‌Ulrich Wortberg.

Das verarbeitende Gewerbe macht in den USA rund zehn Prozent der Wirtschaft aus. Wie aus dem jüngsten Konjunkturbericht der Notenbank Federal Reserve (Fed) hervorgeht, ​legte die Industrieproduktion in den meisten der zwölf regionalen ​Fed-Distrikte in geringem bis mässigem ​Umfang zu. Getrieben wurde dieser Zuwachs durch ein höheres Auftragsvolumen aus den Bereichen Rechenzentren, Maschinenbau und ‌Verteidigung.

Viele Experten gehen davon aus, dass die Fed bei ihrem am Mittwoch anstehenden Zinsentscheid stillhält und den geldpolitischen Schlüsselsatz in der Spanne von ​3,50 ​bis 3,75 Prozent belässt. Ihr ⁠Augenmerk dürften die Investoren auf die Äusserungen des ​seit Mai amtierenden ⁠Fed-Chefs Kevin Warsh legen, der den geldpolitischen Kurs vor der Presse ‌erläutert. Er will die seit Jahren hohe Inflation im Land in den Griff bekommen. In der Fed ist bereits ‌eine Diskussion über höhere Zinsen im Kampf gegen den ​Preisauftrieb in Gang gekommen, den die Autofahrer angesichts steigender Ölpreise auch an der Zapfsäule zu spüren bekommen.

(Reuters)