Im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines hat der Generalbundesanwalt Anklage gegen den ukrainischen Offizier Serhii K. wegen eines Kriegsverbrechens, einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung von Bauwerken erhoben. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag mit. Das Verfahren soll vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg stattfinden. Serhii K. bestreitet eine Beteiligung.
Der Anklageschrift zufolge entwickelten Serhii K. und weitere Militärangehörige nach Beginn des russischen Angriffskrieges im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine den Plan, die Pipelines zu zerstören. Damit sollten Gaslieferungen dauerhaft unterbunden werden, da Russland die Einnahmen zur Finanzierung des Krieges nutzt. Zur Umsetzung des Vorhabens sei eine Gruppe unter Führung von Serhii K. gebildet worden. Diese habe im September 2022 mit einer in Rostock unter falscher Identität angemieteten Segelyacht Sprengsätze an den Pipelines nahe der dänischen Insel Bornholm angebracht. Die Sprengsätze detonierten am 26. September 2022 und verursachten schwere Schäden.
Serhii K. war am 21. August 2025 in der italienischen Provinz Rimini festgenommen worden. Nach seiner Überstellung nach Deutschland am 27. November 2025 setzte ein deutscher Richter den Haftbefehl am folgenden Tag in Vollzug. Serhii K. sitzt seitdem in Hamburg in Untersuchungshaft. Den Ermittlern zufolge führte er das Sabotageteam an und hatte das Kommando auf der Segelyacht «Andromeda», von der aus der Anschlag verübt worden sein soll. Ermittler des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei hatten auf der «Andromeda» Spuren von militärischem Sprengstoff entdeckt. Insgesamt wurden sieben Tatverdächtige identifiziert. Einer von ihnen soll inzwischen im Krieg gegen Russland gefallen sein.
(Reuters)

