Dies empfahl eine von der Regierung eingesetzte Kommission am Donnerstag in Oslo. Der Vorschlag könnte zu Investitionen in Höhe von Dutzenden Milliarden Dollar führen - etwa in Konzerne wie Airbus, Boeing oder Lockheed Martin. Diese sind bislang aus ethischen Gründen aus dem Portfolio des 2,3 Billionen Dollar schweren weltgrössten Staatsfonds ausgeschlossen.
Zivilgesellschaftliche Gruppen kritisierten den Vorschlag. «Indem wir in solche Waffen investieren, senden wir ein Signal an die ganze Welt: Diese Waffen sind akzeptabel. Das gefährdet Leben», sagte die Chefin des norwegischen Roten Kreuzes, Grete Herlofson.
Die Kommission schlägt vor, den Bann für Unternehmen aufzuheben, die zu den Atomwaffenstaaten des Atomwaffensperrvertrags zählen und zudem mit Norwegen in der Nato verbündet sind. Finanzminister Jens Stoltenberg, ehemaliger Nato-Generalsekretär, hatte die Überprüfung in Auftrag gegeben und auf Norwegens Abhängigkeit vom nuklearen Schutzschirm der Nato verwiesen.
Die Kommission empfahl zudem, die Rolle des unabhängigen Ethikrates zu schwächen. Dieser soll künftig nur noch Analysen liefern, während die Zentralbank, die den Fonds verwaltet, über einen möglichen Verkauf von Anteilen sowie über die Veröffentlichung der Gründe entscheiden würde. Kommissionschef Svein Gjedrem begründete dies mit der gestiegenen geopolitischen Anfälligkeit des Fonds. Der Fonds sei durch seine Grösse im Ausland sichtbarer und damit verwundbarer geworden.
Der Vorschlag folgt auf Kritik der US-Regierung unter Donald Trump, nachdem der Fonds seine Anteile am US-Konzern Caterpillar verkauft hatte. Die norwegische Regierung will voraussichtlich im Frühjahr 2027 eigene Vorschläge zum Thema unterbreiten. Eine Zustimmung durch das Parlament gilt bei Beobachtern als sicher.
(Reuters)

