Die Währungshüter beschlossen am Donnerstag eine Erhöhung von 4,00 auf 4,25 Prozent. Die meisten von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen hatten mit diesem Schritt erst im Juni gerechnet. Die norwegische Krone wertete nach der Entscheidung zum Euro auf.
Die Notenbank begründete den Schritt mit einem starken Lohnzuwachs und den höheren Energiekosten infolge des Iran-Kriegs. «Die Inflation ist zu hoch und liegt seit mehreren Jahren über dem Zielwert», sagte Notenbankchefin Ida Wolden Bache. Sie werde voraussichtlich hoch bleiben. Die Kerninflationsrate - bei der die schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise herausgerechnet werden - lag im März bei drei Prozent. Die Zentralbank strebt zwei Prozent an. Noch im Dezember hatte die Notenbank für 2026 Zinssenkungen in Aussicht gestellt, war davon aber wegen des Preisdrucks wieder abgerückt.
Andere Notenbanken reagieren unterschiedlich auf die unsichere globale Wirtschaftslage. Die schwedische Zentralbank beliess ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet bei 1,75 Prozent. Die australische Notenbank hatte dagegen am Dienstag die Zinsen zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben und vor einer hartnäckigen Inflation gewarnt. Norwegische Gewerkschaften hatten die Währungshüter bereits kritisiert. Sie befürchten, dass eine straffere Geldpolitik die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben könnte.
(Reuters)

