Die Notenbank stellte eine weitere Zinsstraffung für den August in Aussicht und hob ihre mittelfristigen Zinsprojektionen an. Mit der strengeren Geldpolitik stemmen sich die Währungshüter gegen die hohe Teuerung. Zuletzt war die Inflation nicht mehr gesunken, sondern sogar wieder etwas gestiegen. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel war sogar auf einen Rekordwert geklettert. Die Kernteuerung gibt nach Meinung vieler Ökonomen den Preistrend zumeist besser wider als die Gesamtinflation.

 Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einer Anhebung um einen Viertel-Punkt gerechnet. Zugleich signalisierte die Notenbank, dass es im August mit den Zinsen weiter nach oben gehen könnte. "Wenn wir den Leitzins nicht erhöhen, könnten Preise und Löhne weiterhin schnell steigen und sich die Inflation verfestigen", warnte Notenbankchefin Ida Wolden Bache. Die Zentralbank prognostizierte, dass der geldpolitische Schlüsselsatz im Herbst auf 4,25 Prozent steigen könnte.

Insbesondere die Kerninflation, bei der Energiepreise und Steuern ausgeklammert werden, bereitet der Notenbank Sorgen. Sie stieg im Mai um 6,7 Prozent - ein Rekordwert. Noch im April hatte die Kennziffer bei 6,3 Prozent gelegen. Die Zentralbank strebt langfristig eine Kerninflation von 2,0 Prozent an.

Der geldpolitische Schlüsselsatz in dem skandinavischen Land liegt nunmehr höher als in der Euro-Zone. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte jüngst die achte Zinserhöhung in Folge vollzogen. Der an den Finanzmärkten richtungsweisende Einlagensatz, den Geldhäuser für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, liegt seither bei 3,50 Prozent - das höchste Niveau seit 22 Jahren.

(Reuters/AWP)