Bis zu 5,48 Billionen Yen (knapp 30 Milliarden Euro) seien dafür ‌ausgegeben ⁠worden, geht aus den am Freitag veröffentlichten Daten der japanischen Notenbank hervor. Das wäre eine ⁠der grössten Interventionen in der Geschichte des Landes. Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Regierung am Donnerstag ‌massiv am Devisenmarkt eingegriffen hat, um den Kursverfall des Yen ‌zu stoppen.

Der Hinweis auf die Intervention ​versteckt sich in einer technischen Prognose der Zentralbank für den Geldmarkt. Für den 7. Mai, den nächsten Handelstag nach einer Reihe von Feiertagen, erwartet sie einen Netto-Abfluss von Geldern in Höhe von 9,48 Billionen Yen. Marktbeobachter hatten jedoch nur mit einem Abfluss von vier ‌bis 4,5 Billionen Yen gerechnet. Die Differenz von rund fünf Billionen Yen gilt daher als starkes Indiz für die Grössenordnung der Intervention.

Der Mechanismus dahinter ist, dass die Notenbank bei ​einer Stützungsaktion die eigene Währung vom Markt kauft und dafür Dollar-Reserven verkauft. ​Dadurch zieht sie dem Geldmarkt Liquidität in Form von ​Yen ab. Ein unerwartet hoher Abfluss von Geldern deutet daher auf eine solche Aktion hin.

Die Daten untermauern ‌damit Berichte vom Donnerstag. An dem Tag hatten Insider der Nachrichtenagentur Reuters von einer Intervention berichtet. Der Kursrutsch der Währung war durch den Anstieg der Ölpreise im Zusammenhang mit dem ​Iran-Krieg verschärft ​worden. Die letzte offizielle Intervention Japans hatte ⁠im Juli 2024 stattgefunden. Damals gab das Land ​rund 36,8 Milliarden Dollar aus, ⁠nachdem der Yen auf ein 38-Jahres-Tief von 161,96 Yen je Dollar gefallen war.

Der japanische ‌Yen hat am Freitag am Devisenmarkt erneut kräftig zugelegt. Damit setzte sich die Entwicklung vom Vortag fort, als die japanischen Behörden am Devisenmarkt interveniert hatten. ‌Der Dollar fiel am Freitag um bis zu 0,66 Prozent ​auf ein Tagestief von 155,60 Yen. Zuvor hatte er noch bei 157,12 Yen notiert. Am Donnerstag wertete der Yen bereits zeitweise um rund 2,5 Prozent auf.

(Reuters)