Sie entschied am Donnerstag, den Leitzins bei 37,0 Prozent zu belassen. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit der Pause gerechnet, nachdem die Notenbank zuvor fünf Lockerungsschritte in Folge vollzogen hatte. Bevor der sich ausweitende regionale Konflikt im Nahen Osten die Erwartungen veränderte, waren viele Experten davon ausgegangen, dass die Zentralbank den Lockerungszyklus fortsetzen würde. Womöglich wird es künftig in die andere Richtung gehen: Im Falle einer signifikanten und anhaltenden Verschlechterung der Inflationsaussichten werde die Geldpolitik gestrafft, erklärten die Währungshüter um Notenbankchef Fatih Karahan.
Die Zentralbank werde ihre Entscheidungen so treffen, dass die nötigen geld- und finanzpolitischen Rahmenbedingungen geschaffen würden, um das Inflationsziel von fünf Prozent mittelfristig zu erreichen. Im Zuge des Ende Februar ausgebrochenen Irankrieges sind die Ölexporte der wichtigsten Golfstaaten weitgehend zum Erliegen gekommen, was zu einem starken Anstieg der Energiepreise und zu Inflationsängsten geführt hat. Die Notenbank in der Türkei kämpft bereits seit Langem mit einer ausufernden Inflation. Die Teuerungsrate lag im Februar jenseits der 30-Prozent-Marke.
(Reuters)

