Der neue Verwaltungsratspräsident von Novartis, Giovanni Caforio, hat an seiner ersten Generalversammlung die strategische Ausrichtung des Pharmakonzerns bestätigt. Novartis verfüge über die richtige Strategie für langfristiges Wachstum und sehe derzeit keinen Bedarf für grundlegende Kursänderungen, sagte Caforio am Freitag vor den Aktionären in Basel.

Der Konzern habe sich mit der Transformation zu einem reinen Anbieter innovativer Medikamente eine starke Wettbewerbsposition erarbeitet. Diese strategische Neuausrichtung sei richtig gewesen und erfolgreich umgesetzt worden, betonte der VRP. Entscheidend bleibe nun, die Strategie konsequent weiterzuführen und die langfristigen Wachstumsperspektiven auch in einem unsicheren Umfeld zu stärken.

Ein zentraler Schwerpunkt bleibt dabei die Forschung und Entwicklung. Novartis will weiterhin stark in wissenschaftliche Innovation investieren und seine technologischen Plattformen ausbauen. Laut Caforio sieht der Konzern insbesondere in den Bereichen Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen, Immunologie, Neurowissenschaften sowie Onkologie weiterhin erheblichen medizinischen Bedarf und Wachstumspotenzial.

Forschung weiter vorantreiben

Neben der internen Forschung mit mehr als 15'000 Wissenschaftlern will Novartis auch künftig gezielt externe Innovationen über Partnerschaften, Lizenzvereinbarungen und Übernahmen erschliessen.

Allein im vergangenen Jahr habe das Unternehmen mehr als zehn Lizenzdeals abgeschlossen und mehrere grössere Akquisitionen getätigt, sagte Caforio. Diese hätten dazu beigetragen, die Pipeline zu stärken und Kompetenzen etwa in RNA-basierten Technologien oder innovativen monoklonalen Antikörpern auszubauen.

Geografisch setzt der Konzern weiterhin auf gezielte Investitionen in wichtige Innovationsstandorte. Caforio verwies auf die angekündigten Investitionen von rund 23 Milliarden US-Dollar in Forschung und Produktionskapazitäten in den USA über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der US-Markt sei für Novartis sowohl kommerziell als auch für Innovation von zentraler Bedeutung.

Schweiz als Heimatstandort wichtig

Gleichzeitig betonte Caforio die Rolle der Schweiz als Heimatstandort des Konzerns. Rund die Hälfte des jährlichen Forschungsbudgets werde weiterhin in der Schweiz investiert. In Basel habe Novartis zuletzt neue Labore für Radioliganden und kleine Moleküle aufgebaut und plane zudem den Ausbau der lokalen RNA-Produktion.

Neben Wachstum und Innovation stellte Caforio auch Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung heraus. Novartis wolle seine Umweltziele weiter vorantreiben und halte an dem Ziel fest, bis 2040 klimaneutral zu werden. Zudem soll das Engagement im Bereich globaler Gesundheit weiter verstärkt werden, insbesondere bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Malaria.

Im Bereich der Unternehmensführung kündigte Caforio zudem Anpassungen an. Der Verwaltungsrat werde künftig die direkte Aufsicht über strategische Risiken übernehmen; der bisherige Risikoausschuss werde entsprechend aufgelöst.

Mit Blick auf das vergangene Geschäftsjahr verwies der VR-Präsident auf solide Ergebnisse. Trotz Belastungen durch Patentabläufe und Preisdruck in einzelnen Märkten stiegen die Konzernumsätze 2025 zu konstanten Wechselkursen um 8 Prozent. Der Kerngewinn legte um 12 Prozent zu. Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat eine Dividendenerhöhung um 5,7 Prozent auf 3,70 Franken vor. Damit würde die Ausschüttung zum 29. Mal in Folge angehoben.

(AWP)