Analysten rechnen gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit 13,27 Milliarden Dollar Umsatz für das vierte Quartal. Dies ist knapp 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Beim Nettogewinn erwarten die Analysten einen Wert von 3,15 Milliarden Franken, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von knapp 4 Prozent gleichkommt.
Die meisten Analysten gehen davon aus, dass Novartis die eigenen Ziele in etwa erreichen wird. Allerdings betonen sie allesamt, dass gerade die mittelfristigen Ziele mit einer gewissen Unsicherheit behaftet seien. So drohe dem Pharmakonzern in den kommenden Jahren wegen des zunehmenden Drucks durch Nachahmerprodukte eine Umsatzerosion in Milliardenhöhe.
Wie so oft, werden Investoren und Analysten vor allem auf die Entwicklung der wichtigsten Wachstumstreiber schauen. Dazu zählen etwa das Herzmittel Entresto, das Schuppenflechtemittel Cosentyx sowie die Genersatztherapie Zolgensma. Gerade für das Schuppenflechtemittel hatte Novartis erst im Oktober die Erwartungen für den Spitzenumsatz auf 7 Milliarden Dollar hochgeschraubt.
Vor diesem Hintergrund wird sich die Finanzgemeinde auch Aussagen zum kürzlich zugelassenen Cholesterinsenker Leqvio erhoffen. Immerhin traut das Novartis-Management dem Mittel zu, eine der wichtigsten Therapien im bisherigen Portfolio zu werden.
Keine weiteren Angaben dürfte Novartis unterdessen zur Zukunft von Sandoz machen. Bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal hatte der Konzern die strategische Überprüfung angekündigt. Seither wiederholt CEO Vas Narasimhan immer wieder, dass man alle Optionen für die Sparte prüfe. Ziel sei es, den Wert für die Aktionäre zu steigern.
Pharmabranche - Blackstone und Carlyle in Gesprächen mit Novartis für Sandoz-Übernahme https://t.co/YFruNOm69o pic.twitter.com/kSkwplL5rP
— cash (@cashch) February 1, 2022
Pharmasparte als Zugpferd
Bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal Ende Oktober hatte Novartis die Ziele für das Gesamtjahr bekräftigt. Demnach soll der Umsatz zu konstanten Wechselkursen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Den operativen Kerngewinn will das Unternehmen im mittleren einstelligen Prozentbereich erhöhen.
Für die Pharmasparte hat Novartis hingegen den Gewinn-Ausblick angehoben auf ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Gleichzeitig passte der Konzern die Erwartungen für die Generikasparte auf einen Rückgang im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich nach unten an.
Im Dezember beim Investorentag bekräftigte Novartis dann das Ziel, in der Pharmasparte zwischen 2020 und 2026 durchschnittlich um mehr als 4 Prozent pro Jahr zu wachsen. Mehr als 5 Prozent sollen es sein, für den Fall dass das Herzmittel Entresto erst nach 2026 seine Marktexklusivität verliert.
Und auch in puncto Profitabilität bestätigte der Konzern sein Ziel, dass die Pharmasparte in fünf Jahren eine Marge im hohen 30-Prozent-Bereich erreichen soll. Zuletzt lag sie bei rund 35 Prozent.
Kriegskasse ist voll
Der Paukenschlag war ohne Fragen nach den Q3-Quartalszahlen der Verkauf der Roche-Beteiligung. Für knapp 21 Milliarden Dollar hat der Konzern seine langjährige Beteiligung am Rivalen an Roche zurückverkauft. Was genau Novartis mit der prall gefüllten Kriegskasse nun machen wird, ist unklar. Auf jeden Fall sollen 15 Milliarden Dollar für ein Aktienrückkaufprogramm verwendet werden. Mega-Übernahmen wiederum plane man nicht, betonte CEO Narasimhan zuletzt immer wieder. Vielmehr bleibe man bei der üblichen Strategie, ergänzende Zukäufe zu tätigen.
Tatsächlich hat der Konzern denn auch zuletzt einige kleinere Unternehmen zugekauft. Mit den Übernahme von Gyroscope etwa stärkt der Konzern seine Anstrengungen auf dem Gebiet der Gentherapien in der Augenheilkunde.
Lizenzabkommen wiederum hat der Baser Konzern zuletzt mit dem Schweizer Biotechunternehmen Molecular Partners und dem chinesischen Partner BeiGene abgeschlossen. Durch den Molecular-Partners-Deal verfügt Novartis nun über eine Corona-Therapie, während BeiGene die Anstrengungen in der Immunonkologie voranzutreiben hilft.
In puncto Pipeline zählen die Daten zum Kandidaten Iptacopan etwa zu den Erfolgsmeldungen. Analysten haben auf die Therapie zur Behandlung seltener Nierenerkrankungen denn auch ein Auge. Auch der Erfolg mit dem Augenmittel Beovu zählt ebenso zu den Highlights wie die Ergebnisse, die mit dem Bluter-Mittel Scemblix erzielt wurden. Wichtig für die weiteren Umsätze ist aber vor allem die US-Zulassung für den Cholesterinsenker Leqvio.
Während die Novartis-Aktien im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Kursverlust von gut 4 Prozent klar schlechter als der Gesamtmarkt und Konkurrent Roche abgeschnitten haben, hat sich das Blatt im Januar 2022 etwas gedreht. Während bei Novartis ein Minus von etwa einem Prozent seit Jahresbeginn zu Buche steht, sind die Roche-Bons um etwa 5 Prozent gefallen und damit im Gleichschritt mit dem SMI.
(AWP)
