Das KI-Chip-Startup Positron verhandelt über die Aufnahme von rund 750 Millionen Dollar in einer Finanzierungsrunde mit zwei Phasen und ist Teil einer wachsenden Zahl von Unternehmen, die mit dem Branchenprimus Nvidia konkurrieren wollen. Die erste Tranche der Finanzierungsrunde soll das Unternehmen laut Insidern mit 3,5 Milliarden US-Dollar bewerten. Die zweite Phase könnte eine Bewertung von rund 5 Milliarden US-Dollar erreichen, so die Insider, die aufgrund der Vertraulichkeit der Beratungen anonym bleiben möchten.

Positron, ein Unternehmen, das energieeffiziente Inferenzchips für die Ausführung von KI-Modellen entwickelt, hat laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person bereits mehrere Angebote für die Finanzierungsrunde erhalten. Sollte die Finanzierung zustande kommen, würde sich der Unternehmenswert des Startups innerhalb von nur fünf Monaten mehr als verdreifachen.

Das Interesse von Investoren an KI-Chip- und Infrastruktur-Startups wächst. Besonders gefragt sind Unternehmen wie Positron, die sich mit Inferenz beschäftigen – also der Phase, in der KI-Modelle bereits trainiert sind und auf reale Eingaben reagieren. Die laufenden Verhandlungen sind ein weiteres Beispiel dafür, wie KI-Startups in mehreren Finanzierungsrunden kurz nacheinander Kapital einwerben – ein Zeichen für den extremen Wettbewerbsdruck im aktuellen Technologiesektor. Die Gespräche dauern jedoch noch an, und die Konditionen können sich noch ändern. Ein Sprecher von Positron mit Sitz in Reno, Nevada, lehnte eine Stellungnahme ab.

Positron verfügt über eine lange Liste von Investoren, darunter Valor Equity Partners, Atreides Management und DFJ Growth. Zu den weiteren Geldgebern zählen Arm Holdings und die Qatar Investment Authority.

Starke Konkurrenz

Das Chip-Startup SambaNova Systems gab diese Woche bekannt, eine Milliarde US-Dollar bei einer Bewertung von 11 Milliarden US-Dollar eingesammelt zu haben. Die Übernahmegespräche folgten auf Verhandlungen mit Intel im vergangenen Jahr über eine Akquisition von SambaNova zu einer niedrigeren Bewertung. Etched, ein weiterer Konkurrent von Nvidia, sammelte kürzlich 800 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln ein und unterzeichnete Kaufverträge im Wert von einer Milliarde US-Dollar.

Cerebras Systems, ebenfalls Hersteller von Chips für Inferenzsysteme, verzeichnete im Mai den grössten Börsengang des Jahres. Dieser verdeutlichte jedoch die Herausforderungen, die ein unsicherer Markt mit sich bringt. Nachdem die Cerebras-Aktien zwischenzeitlich auf bis zu 311,07 US-Dollar gestiegen waren, notieren sie nun unter ihrem Ausgabepreis. Am Mittwoch schlossen sie bei 181,72 US-Dollar.

Nvidia arbeitet derweil daran, der neuen Konkurrenz zu begegnen. Im Dezember vereinbarte das Unternehmen mit Groq eine Lizenzvereinbarung für Inferenzchip-Technologie, die es in seine eigenen Produkte integriert.

(Bloomberg/cash)