Nvidia verlange ‌bei ‌seinem besonders begehrten Chip-Modell H200 für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) eine vollständige Vorauszahlung, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der ​Nachrichtenagentur Reuters. Damit wolle sich das ‌Unternehmen gegen Unsicherheiten bei ‌der Genehmigung von Lieferungen durch die chinesischen Behörden absichern. Stornieren oder ändern können die Käufer ihre Aufträge demnach nicht.

Der H200, der derzeit zweitstärkste Chip von Nvidia, bietet etwa ⁠sechsmal so viel Leistung wie der H20-Chip, den Nvidia speziell für den chinesischen Markt entwickelt hatte. Er übertrifft auch ​Produkte chinesischer Chiphersteller wie Huawei deutlich. US-Präsident ‌Donald Trump hatte den Export der ‍H200-Chips nach China mit einer Gebühr von 25 Prozent ​für die US-Regierung erlaubt und damit ein Ausfuhrverbot aus der Zeit seines Amtsvorgängers Joe Biden aufgehoben.

Nach Reuters-Informationen haben chinesische Technologieunternehmen ‌mehr als zwei Millionen H200-Chips ⁠zum Stückpreis von rund 27.000 Dollar ‌bestellt. Peking habe zuletzt einige Tech-Unternehmen angewiesen, ihre H200-Chip-Bestellungen zu pausieren, da die ‍Behörden noch entscheiden müssten, wie viele chinesische Chips jeder Kunde zusammen mit jeder H200-Bestellung kaufen ​müsse, sagte ein Insider.