«Unsere Geduld ist am Ende», erklärte der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif am Freitag. «Jetzt herrscht offener Krieg zwischen uns und ihnen.»
Die Beziehungen der islamischen Nachbarländer sind seit Langem angespannt. Die pakistanische Regierung wirft den in Kabul herrschenden Taliban vor, Extremisten der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) Unterschlupf zu bieten. Die Taliban-Führung weist dies zurück. In der Nacht griff Pakistan Taliban-Ziele in mehreren afghanischen Grossstädten an. Auch an der Grenze gab es Gefechte. Beide Seiten meldeten schwere Verluste.
Pakistan nahm nach Angaben aus Sicherheitskreisen Taliban-Ziele in der afghanischen Hauptstadt Kabul sowie in den Städten Kandahar und Paktia ins Visier. Es habe sich um Raketenangriffe auf Posten, Hauptquartiere und Munitionsdepots der Taliban gehandelt. Bewohner von Kabul berichteten, es seien Explosionen und Sirenen zu hören.
Laut Pakistan gab es zudem Zusammenstösse in mehreren Bereichen entlang der rund 2600 Kilometer langen Grenze. Ein pakistanischer Regierungssprecher sprach von 133 getöteten Taliban-Kämpfern. Die Taliban meldeten dagegen den Tod von 55 pakistanischen Soldaten. Die Zahlen konnten unabhängig nicht bestätigt werden.
Pakistan ist Afghanistan militärisch weitaus überlegen. Allerdings verfügen die Taliban über viel Erfahrung in der Guerillakriegsführung. Sie haben Jahrzehnte gegen US-geführte Truppen gekämpft, bevor sie 2021 in Kabul wieder die Macht übernahmen.
Russland ist das einzige Land, das die Taliban-Regierung offiziell anerkennt. Die Regierung in Moskau rief russischen Staatsmedien zufolge zu einer Einstellung der Kämpfe auf und bot Vermittlungen an. Pakistan beriet sich auch mit Saudi-Arabien, wie das Aussenministerium in Riad mitteilte.
(Reuters)

