Der Konsumentenpreisindex (CPI) stieg im vergangenen Monat um 0,2 Prozent, nachdem er im Dezember noch um 0,3 Prozent gestiegen war, wie das Amt für Arbeitsstatistik des Arbeitsministeriums am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg des VPI um 0,3 Prozent gerechnet.
Mit dem CPI-Bericht für Januar veröffentlichte das BLS neu berechnete saisonale Anpassungsfaktoren, um die Preisentwicklung im Jahr 2025 widerzuspiegeln.
Der Bericht wurde durch den dreitägigen Stillstand der Bundesregierung in der vergangenen Woche leicht verzögert. Ein längerer Stillstand im vergangenen Jahr verhinderte die Erhebung der Preise für Oktober, was zu Schwankungen in den VPI-Daten führte. Ökonomen erwarteten, dass die Volatilität im Januar-Bericht nachlassen würde.
In den 12 Monaten bis Januar stieg der Verbraucherpreisindex um 2,4 Prozent. Die Verlangsamung der jährlichen Inflationsrate von 2,7 Prozent im Dezember spiegelte vor allem den Wegfall der höheren Werte des letzten Jahres bei der Berechnung wider.
Die US-Zentralbank verfolgt die Preisindizes der persönlichen Konsumausgaben, um ihr Inflationsziel von 2 Prozent zu erreichen. Beide Werte liegen deutlich über dem Ziel. Die Regierung berichtete diese Woche, dass sich das Beschäftigungswachstum (link) im Januar beschleunigt hat und die Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent im Dezember auf 4,3 Prozent gesunken ist.
Im vergangenen Monat beliess die Fed ihren Leitzins für Tagesgeld in der Spanne von 3,50 Prozent bis 3,75 Prozent. Zusammen mit einem sich stabilisierenden Arbeitsmarkt könnte dies der Federal Reserve erlauben, die Zinssätze für eine Weile unverändert zu lassen.
Ohne die volatilen Komponenten Lebensmittel und Energie stieg der Verbraucherpreisindex um 0,3 Prozent, nachdem er im Dezember um nicht revidierte 0,2 Prozent gestiegen war.
Die Zahlen für den Kernverbraucherpreisindex lagen in jedem Januar über den Erwartungen, da nach Ansicht von Wirtschaftsexperten die Saisonbereinigungsfaktoren, das Modell, mit dem das BLS saisonale Schwankungen aus den Daten herausrechnet, die einmaligen Preissteigerungen zum Jahreswechsel nicht vollständig berücksichtigte.
Experte: Wegen der Zölle war ein Hochschnellen der Teuerung zu erwarten
«Die von einigen Beobachtern zwischenzeitlich beim Blick auf die Vereinigten Staaten befürchtete Inflationskatastrophe bleibt somit weiterhin aus», konstatiert NordLB-Experte Tobias Basse. Diese Nachricht könnte seiner Ansicht nach der US-Notenbank zwar gewisse Spielräume für weitere Leitzinssenkungen eröffnen: Es dürfte aber fraglich und auch ein ziemlich politisches Thema sein, ob die Fed-Offiziellen entsprechende Möglichkeiten bereits im März nutzen wollen.
«Angesichts dieser moderaten Preisentwicklung reibt man sich als Beobachter verwundert die Augen», kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). «Die vielfältigen Erhöhungen der US-Zölle hatten ein Emporschnellen der Inflation erwarten lassen.» Den US-Unternehmen gelinge es offenbar, die Erhöhung ihrer Einstandspreise durch Produktivitätsgewinne wettzumachen.
Trotz des Rückgangs bleibt die Inflation über der Zielmarke der US-Notenbank, die eine Teuerung von zwei Prozent anstrebt. Nach Einschätzung von Ralf Umlauf, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen, ist die Inflation weiterhin zu hoch, um von der US-Notenbank dauerhaft akzeptiert zu werden.
Allerdings sorgen die Daten auch nicht für zwingenden Handlungsbedarf bei den amerikanischen Notenbankern, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Er geht aber davon aus, dass der Druck auf den scheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell steigen wird, bis zum Ende seiner Amtszeit im Mai eine Zinssenkung auf den Weg zu bringen.
Die Daten zu den Verbraucherpreisen wurden mit einiger Verzögerung veröffentlicht. Wegen einer kurzzeitigen Schliessung von Bundesbehörden («Shutdown») hatte sich die Veröffentlichung um einige Tage verschoben. Am Devisenmarkt reagierte der US-Dollar mit Kursverlusten auf die Daten, während der Euro im Gegenzug auf ein Tageshoch stieg.
(AWP/Reuters)
