Diese würden zunächst ab 1. Februar zehn Prozent betragen, schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Truth Social. Ab dem 1. Juni sollen sie auf 25 Prozent steigen, wenn kein Abkommen über einen US-Kauf der dänischen Arktisinsel erzielt werde. Trump beansprucht das an Ressourcen reiche Grönland wegen der nationalen Sicherheit für die USA. Ökonomen sagten der Nachrichtenagentur Reuters in ersten Reaktionen:
Carsten Brzeski, ING-Chefökonom
«So wie fast immer, herrscht ja jetzt erst einmal Unsicherheit über die Details. Aber wenn man davon ausgeht, dass die Zölle zusätzlich zu den existierenden Zöllen kommen, ist das unerfreulicher Gegenwind für die deutsche Wirtschaft. Bei zusätzlichen 25 Prozent würde das etwa 0,2 Prozentpunkte Wachstum kosten. Es ist aber die Unsicherheit, die erneut zeigt, dass Exporte die deutsche Wirtschaft dieses Mal nicht aus der Stagnation in den Aufschwung führen werden. Der Impuls wird von den öffentlichen und privaten Investitionen kommen müssen.
Interessant ist natürlich auch, dass es sich bei diesen neu angedrohten Zöllen um genau die Zölle handelt, die gerade vom Supreme Court untersucht werden. Diese Drohung könnte also schnell wieder vom Tisch sein, falls der Court sie abräumt.
Das Beste in der jetzigen Situation ist, jetzt eigentlich gar nichts zu machen. Einfach ignorieren und abwarten. Europa hat gezeigt, dass es nicht alles akzeptiert und daher sind die Zölle ja eigentlich schon ein Fortschritt im Vergleich zu der angedrohten militärischen Invasion.»
Marcel Fratzscher, DIW-Präsident
«Trumps Androhung von Strafzöllen, um sich Grönland einzuverleiben, zeigt die Schwäche und Handlungsunfähigkeit Europas. Die Drohung Trumps unterstreicht das Scheitern der Europäischen Union im Umgang mit Trump im Handelskonflikt. Eine erneute Eskalation des Handelskonflikts trifft vor allem die deutsche Wirtschaft und Industrie erneut hart, da sie viel Unsicherheit schafft und die Exporte weiter schwächt.
Europa hat stetig nachgegeben und Trump gewähren lassen, anstatt sich für die eigenen Interessen und global für Multilateralismus einzusetzen. Dieser Fehler rächt sich jetzt, weil Trump die Schwäche und Handlungsunfähigkeit Europas erkannt hat und so lange Europa erpressen wird, bis Europa mit einer Stimme spricht, sich stärker integriert, Rückgrat zeigt und klüger agiert.
Es ist höchste Zeit, dass die EU – und vor allem die Bundesregierung – globale Kooperationen mit China und anderen stärkt, um Trump Paroli zu bieten.»
(Reuters)

