In den USA hat der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges die Inflationsrate kräftig in die Höhe getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im März um ‌3,3 ⁠Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten ⁠damit gerechnet. Die Teuerung hatte im Februar und damit vor Ausbruch der Kämpfe in Nahost ‌noch bei 2,4 Prozent gelegen. Auch die Kerninflation ohne ‌schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel zog ​im März an - und zwar auf 2,6 Prozent, nach 2,5 Prozent im Februar.

Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

RALF UMLAUF, HELABA:

«Der kriegsbedingt starke Anstieg der Benzinpreise ist dafür hauptverantwortlich. Die Jahresrate ist dementsprechend deutlich über die Marke von ‌drei Prozent gestiegen. Auch abseits der Energiepreise kam es zu höheren Preisen und die Kernrate beläuft sich nun auf 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach zuvor ​2,5 Prozent. Zinssenkungserwartungen werden damit nicht geschürt, zumal zu beachten ist, ​dass ein guter Teil des aktuellen Benzinpreisanstiegs seit ​Kriegsbeginn von 40 Prozent erst in der Aprilstatistik abgebildet werden dürfte. Die Inflationsrate wird dann vermutlich nochmal ‌kräftig steigen.»

BASTIAN HEPPERLE, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE PRIVATBANK:

«Die US-Verbraucherpreise zeigen erste Effekte des Iran-Kriegs, weitere werden folgen. Vor allem wegen der stark gestiegenen Spritpreise rennt die Gesamtrate ​der ​Kernrate weit voraus. Unternehmen werden einen Teil ⁠des höheren Kostendrucks weiterreichen, sodass die Kernrate noch ​etwas anziehen wird. Der Inflationsgipfel ⁠kommt aber bald in Sichtweite, zumal der zollbedingte Inflationsanstieg langsam nachlässt. Die Fed ‌ist grundsätzlich zu Leitzinserhöhungen bereit, sollten sich die Inflationsrisiken verbreitern. Bislang sind die langfristigen Inflationserwartungen stabil geblieben, sodass die Fed in ihrer abwartenden Haltung ‌bleiben kann. Ausserdem ist ihre Zinspolitik immer noch leicht restriktiv ​ausgerichtet und der Energiepreisanstieg lastet schon negativ auf Konjunktur und Beschäftigung. Die nächste Trump-Tirade auf Fed-Chef Powell ist damit vorprogrammiert, zumal sein Wahrversprechen niedrigerer Lebenshaltungskosten derzeit schwer unter die ‌Räder kommt.»

(Reuters)