Die Verbraucherpreise stiegen im Juni nur um 3,5 Prozent ⁠zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten ‌mit einem Anstieg von 3,8 ‌Prozent gerechnet, nach 4,2 Prozent ​im Mai. In ersten Reaktionen hiess es dazu:

ALEXANDER KRÜGER, CHEFVOLKSWIRT BETHMANN HAL:

«Dank der Energiepreise geht die Luft aus dem Inflationsanstieg raus. Es sieht klar danach aus, als ‌liege der Inflationsgipfel zurück. Mit dem Wiederaufflammen des Iran-Kriegs ist die Unsicherheit hierüber aber gestiegen. Die Dringlichkeit einer Zinserhöhung ist für ​die Fed jedenfalls nicht gegeben. Der Inflationsrückgang ​in preisstabile Gefilde dauert mindestens bis ​zum Frühjahr 2027. Bis dahin stehen Zinssenkungen am Seitenrand.»

ULRICH WORTBERG, HELABA:

«Dafür verantwortlich ‌war die zwischenzeitliche Entspannung am Persischen Golf, die zu einem Rückgang der US-Benzinpreise beigetragen hatte. Die Perspektive trübt sich ​mit ​dem erneuten Aufflammen des Konflikts ⁠und dem Anstieg der Energiepreise aber wieder ​ein. Positiv hervorzuheben ⁠ist aber auch, dass sich bei der Kerninflation eine ‌Entspannung zeigt. Diese ist mit 2,6 Prozent aber noch immer erhöht. Vor diesem Hintergrund scheint die ‌Erwartung einer strafferen Geldpolitik weiterhin gerechtfertigt zu sein. ​Die Zinserhöhungsspekulation dürfte jedoch einen Dämpfer erhalten.»

(cash)