Der US-Arbeitsmarkt hat sich zu Jahresbeginn viel stärker belebt als erwartet. Im Januar kamen 130.000 neue Jobs ausserhalb der Landwirtschaft hinzu, wie aus dem am Mittwoch vorgelegten Bericht der Regierung hervorgeht. Von Reuters befragte Experten hatten nur einen Stellenzuwachs von 70.000 Stellen erwartet, nach revidiert 48.000 im Dezember. Die Arbeitslosenquote sank im Januar überraschend auf 4,3 Prozent, nach 4,4 Prozent im Dezember.
Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:
Ralf Umlauf, Helaba:
«Das ist ein starker Beschäftigungsaufbau. Die Zahl der netto neu geschaffenen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft ist in den USA zu Beginn des Jahres unerwartet kräftig gestiegen. Damit lag der Zuwachs auch deutlich über dem des Vormonats. Zudem ist die Arbeitslosenquote entgegen den Erwartungen gesunken. Mithin dürften die Zinssenkungserwartungen bezüglich der US-Notenbank Fed einen Dämpfer bekommen. Diese hatten nach der gestrigen Enttäuschung bei den US-Einzelhandelsumsätzen zunächst zugenommen.»
Bastian Hepperle, Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank:
«Ein starker Jahresbeginn. Allerdings zeigen die revidierten Beschäftigungsdaten klar, dass das Beschäftigungswachstum 2025 deutlich schwächer war als bislang bekannt. Im Trend dürfte eine abgeschwächte Beschäftigungsdynamik bevorstehen. Das könnte sich als Stimmungskiller für Trump erweisen, dessen Zustimmungswerte bereits sinken. Sein Schlingerkurs ist mit schuldig daran, dass Unternehmen sich bei Neueinstellungen zurückhaltend zeigen. Immerhin ist es bislang nicht zu Entlassungen im grösseren Stil gekommen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwächt sich zwar ab, zugleich drängen wegen der restriktiven Einwanderungspolitik aber weniger Arbeitskräfte neu auf den Markt. Das hält die Arbeitslosenquote einigermassen stabil. Bleibt die Arbeitsmarktlage in dieser Balance, wird die Powell-Fed das Leitzinsniveau nicht weiter senken. Die nächste Leitzinssenkung dürfte Jerome Powells Nachfolger überlassen bleiben.»

