Die Preise im Euroraum sind mit Beginn des Nahost-Kriegs deutlich gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich ‌im ⁠März um durchschnittlich 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie ⁠das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Experten hatten mit 2,6 Prozent gerechnet, nach 1,9 ‌Prozent im Februar. In ersten Reaktionen hiess ‌es:

Jörg Krämer, Chefökonom Commerzbank:

«Die massiv ​gestiegenen Energiepreise haben die Inflation im März nach oben katapultiert. Spätestens im Mai dürfte sie über drei Prozent liegen, sofern der Krieg nicht schnell endet. Danach sollten die hohen Energiepreise zunehmend ‌andere Güter verteuern und die Kerninflation steigen lassen, die im März noch nicht zugelegt hatte. Der steigende Inflationsdruck spricht dafür, dass die EZB ​ihre Leitzinsen im April oder spätestens im Juni ​erhöht.»

Alexander Krüger, Chefökonom Hauck Aufhäuser Lampe: 

«Das bisherige preisstabile Umfeld sagt Tschüss, Inflation ist wieder das Thema. Die Inflationsrate ‌schiesst wegen des exogenen Schocks durch den Iran-Krieg deutlich nach oben. Mit Rohöl, Gas, Düngemitteln, Helium und anderen liegen jetzt gewichtige Preistreiber ​vor. ​Wichtig ist, dass der Inflationsschmutz ⁠nicht in der Kernrate ankommt. Selbst ​bei einem bald endenden ⁠Krieg wird die Inflationsrate länger erhöht bleiben. Minen in der ‌Strasse von Hormus sind zu räumen und Produktionsanlagen zu reparieren. Eine Normalisierung der Energiepreise wird deshalb nur zögerlich ‌einsetzen. Sobald Zweitrundeneffekte klarer drohen, wird die EZB ​die Leitzinsen anheben. Bei einem länger anhaltenden Krieg wird der Rohölpreis für einen nochmaligen Inflationsschub sorgen.»

(Reuters)