Das Nordseeöl Brent und ‌das ⁠US-Öl WTI verteuerten sich am Donnerstag um mehr als ein Prozent auf ⁠78,84 beziehungsweise 74,35 Dollar je Fass. Seit Dienstag kommen sie auf ein Plus von fast ‌zehn Prozent.

Die jüngste Eskalation untergrabe das Vertrauen in ‌die Waffenruhe, schrieben die Analysten ​von ING in einem Kommentar. Hoffnungen auf eine Normalisierung des Öltransports durch die wichtige Wasserstrasse von Hormus hatten die stark gestiegenen Notierungen für Brent und WTI in den vergangenen Wochen wieder auf Vorkriegsniveau gedrückt.

Das US-Militär startete neue ‌Angriffe auf den Iran, wenige Stunden nachdem Präsident Donald Trump am Mittwoch ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges für beendet erklärt hatte. Bereits zuvor ​hatten sich beide Seiten gegenseitig attackiert. Der Öltransport, der in ​den letzten Wochen in der Wasserstrasse von ​Hormus wieder angelaufen sei, dürfte vorerst vorbei sein, sagte IG-Analyst Tony Sycamore. Die Schiffseigner dürften ‌wieder vorsichtiger werden.

Experten rechnen jedoch nicht damit, dass es mit der jüngsten Eskalationswelle wieder zu einem vollumfänglichen Flächenbrand im Nahen Osten kommt. US-Präsident Trump hatte erklärt, ​er ​erwarte keine Rückkehr zu einem ⁠umfassenden Krieg. Dennoch seien sich die Händler bewusst, ​dass man auf alles vorbereitet ⁠sein müsse, sagte Chris Weston, Leiter der Forschungsabteilung bei Pepperstone. Die ‌Lage sei nach wie vor sehr unbeständig.

Der wieder anziehende Ölpreis verstärkte die Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem ‌Jahr noch anheben könnte, um die Inflation einzudämmen. Der ​Dollar-Index notierte mit 100,94 Punkten am Donnerstag kaum verändert.

(Reuters)