Oligationen - Grossinvestoren halten an grossen Wetten auf Pflichtwandelanleihen fest

Fondsmanager von Pimco, Amundi und BlueBay halten an ihren Wetten auf Banken-CoCos fest oder erhöhen diese sogar.
23.08.2020 13:21
Doppelstöckiges Hongkong-Tram mit einem Werbeschriftzug für Pimco.
Doppelstöckiges Hongkong-Tram mit einem Werbeschriftzug für Pimco.
Bild: Pixabay

Während der Pandemie verzeichneten die Kurse dieser Anleihen-Aktien-Hybride starke Schwankungen. Zunächst lösten die Befürchtungen hinsichtlich des Coronavirus-bedingten wirtschaftlichen Schadens einen Rutsch aus, die Kurse befanden sich im März im freien Fall. Die Renditen erreichten einen Rekordwert von 15 Prozent, wie aus dem Bloomberg-Barclays-Index hervorgeht. Seitdem haben sich die Anleihen, die auch als AT1-Papiere bezeichnet werden, auf etwa 5,6 Prozent erholt. Für die Portfoliomanager, die während der Marktvolatilität zugekauft haben, hat sich dies ausgezahlt.

Contingent-Convertible-Anleihen (kurz: CoCo) sind Wandelanleihen, die häufig von europäischen Banken emittiert werden. Sie hängen von einem Ereignis ab, etwa dem Unterschreiten einer festgelegten Liquiditätsquote. Dann wird das Fremdkapital der Bank automatisch in Eigenkapital umgewandelt. Bei Wandlung wird der Anleger also  vom Fremdkapitalgeber meist zum Aktionär.

Attraktiv sind die Wertpapiere wegen ihrer überdurchschnittlichen Zinsen, welche die Anleger für das Risiko entschädigen, Schuldverschreibungen zu halten, die auch bei einer Pleite des Emittenten als erste Verluste verzeichnen. In einer Zeit, in der die Zentralbanken das Wachstum mit Leitzinsen von oder sogar unter Null stützen, sind mehr Anleger bereit, über Käufe derartiger Papiere nachzudenken.

Gleichzeitig sind die CoCos nicht mehr so riskant wie einst. Seit Jahrzehnten arbeiten die Banken daran, Kapitalpuffer aufzubauen, um Verluste nach der Finanzkrise 2008-2009 auszugleichen.

Europäische Banken profitieren von den Notfallmassnahmen

"AT1-Papiere europäischer Banken sehen immer noch unglaublich billig aus", sagte James MacDonald, ein Co-Manager von BlueBays 1,16 Milliarden Dollar schwerem Financial Capital Bond Fund, der in die Anleihen investiert. "Banken sind seit der letzten Krise viel sicherer geworden, und das spiegelt sich noch nicht vollständig in den Spreads wider."

Europäische Banken profitieren jetzt von den Notfallmassnahmen der Zentralbanken und Regierungen, mit denen sie die Auswirkungen der Pandemie abschwächen und eine Konjunkturerholung erreichen wollen. Das hat zu dem Anstieg der CET1-Quoten der europäischen Kreditinstitute von 50 Basispunkten im zweiten Quartal beigetragen, sagt Bloomberg Intelligence. Diese Quoten zeigen an, wie gross die Kapitalpolster der Banken im Verhältnis zum Risiko in ihren Bilanzen sind.

Fondsmanager von Pimco sagten in einem auf der Website veröffentlichten Interview, sie hätten die AT1-Zuteilungen über Neuemissionen "selektiv erhöht". Der Vermögensverwalter betreut ein Kapital von insgesamt 1,92 Billionen Dollar.

Marktturbulenzen als Chance

Die stark unter Druck geratenen Preise während der Marktturbulenzen zu Beginn dieses Jahres waren "ein Signal, die Positionen in nachrangigen Verbindlichkeiten, einschliesslich AT1-Papieren, zu halten und auszubauen", sagt Laurent Crosnier, Chief Investment Officer von Amundi. Die Gesellschaft verwaltet ein Kapital von 47 Milliarden Pfund (52 Milliarden Euro).

Die Bewertungen seien nach wie vor attraktiv, da "die anhaltende Suche nach Rendite und Qualität" die Performance in Zukunft wahrscheinlich stützen werde, sagte Crosnier. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating in Euro weisen eine Rendite von nur 0,57 Prozent auf, etwa zehnmal weniger als der europäische CoCo-Index mit gemischten Währungen.

(Bloomberg)

 
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