Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich in der ‌Spitze ⁠um mehr als zwei Prozent auf 73,70 beziehungsweise 70,34 Dollar je ⁠Fass. Auf Wochensicht sind die Notierungen um jeweils acht Prozent eingebrochen. Zeitweise waren sie ‌auf das Niveau vor Beginn des Iran-Krieges ‌gefallen. Der Raffinerieriese Saudi Aramco nahm ​am Freitag nach einer fast viermonatigen Unterbrechung die Verladung von Öl an seinem Terminal in Ras Tanura am Persischen Golf wieder auf, wie Versanddaten der LSEG zeigten. Zudem passierten weitere gestrandete Öltanker die Strasse von ‌Hormus. Der Markt reagiere auf die gestiegenen Liefermengen und China habe die Rohölnachfrage noch nicht wieder angekurbelt - das drücke die Preise, sagte June Goh, ​Senior-Analystin für den Ölmarkt bei Sparta Commodities.

Laut Daten vom ​Donnerstag sind die Rohöllieferungen durch die Strasse ​von Hormus in dieser Woche auf den höchsten Stand seit Beginn des Konflikts ‌mit dem Iran im Februar gestiegen. Gleichwohl machte das Verkehrsaufkommen weiterhin nur einen Bruchteil des Tagesdurchschnitts von 125 Schiffen aus, die die für den ​Öltransport wichtige ​Meerenge vor Beginn des ⁠Konflikts Ende Februar passierten. Ein Grossteil des Anstiegs ​sei darauf zurückzuführen, dass ⁠die aufgrund der monatelangen Blockade gestrandeten Schiffe den Persischen Golf nun ‌verliessen, schrieben die Analysten von ING in einem Kommentar. «Der Schiffsverkehr in den Golf hinein bleibt weiterhin deutlich geringer.» Damit könnte ‌es wieder zu einem Rückgang des Verkehrsaufkommens kommen, sobald ​alle gestrandeten Schiffe den Golf verlassen hätten.

(Reuters)