Ein Barrel der Sorte WTI ebenso wie Brent um die 115 US-Dollar. Im asiatischen Handel stiegen die Brent-Futures kurzzeitig bis auf 119,04 Dollar und die US-Rohöl-Futures der Sorte WTI kamen auf ein bisheriges Hoch von 118,46 Dollar. Seit Beginn des Irankriegs vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich das Plus inzwischen auf rund 50 Prozent: Ende Februar lag der Preis noch um die 70 Dollar pro Barrel. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen. Für US-Präsident Trump stellt der Ölpreisanstieg ein kleines notwendiges Opfer.
«Der Wochenbeginn gestaltet sich volatil, da der Krieg im Nahen Osten weiter andauert und sich sogar verschärft», kommentiert Kyle Rodda von Capital.com. «Alle Seiten haben ihre Anstrengungen verdoppelt, und immer mehr regionale Akteure werden in den Konflikt hineingezogen.» Die strategischen Auswirkungen seien vielfältig. «Die Energieversorgung ist zunehmend bedroht, vor allem aufgrund von Störungen des Handelsverkehrs durch die Strasse von Hormus, aber mittlerweile auch zunehmend aufgrund von Angriffen auf die Energieinfrastruktur als Kriegstaktik.»
Aktien von Fluggesellschaften fallen deutlich
Die Papiere von Qantas, Air New Zealand, Cathay Pacific, Japan Airlines, Korean Air Lines sowie der grossen chinesischen Fluggesellschaften China Southern und China Eastern fielen zwischen vier und mehr als zehn Prozent. Der Ölpreisanstieg um 20 Prozent nährt Befürchtungen vor einer Angebotsverknappung und längeren Lieferunterbrechungen.
Treibstoff ist nach den Personalkosten der zweitgrösste Kostenfaktor für Fluggesellschaften und macht in der Regel ein Fünftel bis ein Viertel der Betriebskosten aus. «Wenn der Rohölpreis um 20 Prozent steigt, steigt der Kerosinpreis noch stärker, da er noch knapper ist», sagte Subhas Menon, Leiter des Verbands der Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum. Dies führe zu erheblichen Mehrkosten. Der unabhängige Luftfahrtanalyst Brendan Sobie erklärte, das Umfeld für die Fluggesellschaften sei bereits vor der Krise im Nahen Osten schwierig gewesen. «Diese bereits hohe Unsicherheit hat nun noch weiter zugenommen», sagte er.
Die Krise hat weitreichende Folgen für den Flugverkehr. Dem Datenanbieter Cirium zufolge wurden zwischen dem 28. Februar und dem 8. März mehr als 37'000 Flüge von und nach Nahost gestrichen. Gestrandete Passagiere zahlen hohe Summen, um die Region zu verlassen. Australien hat die Familienangehörigen von Diplomaten in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgefordert, das Land zu verlassen. Der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu sagte am Sonntag, Flüge von Turkish Airlines und anderen Gesellschaften in den Irak, nach Syrien, in den Libanon und nach Jordanien seien bis zum 13. März gestrichen worden. Die USA haben nach Angaben des Aussenministeriums seit letzter Woche Tausende von US-Bürgern mit Charterflügen ausgeflogen.
Piloten berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Häufung von Konflikten – von der Ukraine über Afghanistan bis hin zu Israel – die psychische Belastung erhöhe. Sie seien gezwungen, mit einem schrumpfenden Luftraum und einer Flut von Militärdrohnen zurechtzukommen.
(Reuters/AWP)

