Die Aussicht auf ein Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran sowie die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus hat die Ölpreise am Montag auf den tiefsten Stand seit März gedrückt. Nordsee-Öl der Sorte Brent verbilligte sich um 4,10 Prozent auf 83,75 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl der Sorte WTI gab um 4,72 Prozent auf 80,87 Dollar nach. US-Präsident Donald Trump und der iranische Vize-Aussenminister Kasem Gharibabadi hatten zuvor eine erste Einigung bekanntgegeben. Dem pakistanischen Ministerpräsidenten zufolge, dessen Land als Vermittler auftrat, wollen beide Seiten am Freitag in der Schweiz eine Absichtserklärung unterzeichnen. Trump kündigte an, die Meerenge werde gebührenfrei geöffnet und die Seeblockade iranischer Häfen durch die US-Marine beendet.
Der Entwurf sieht iranischen Medienberichten zufolge vor, die für den weltweiten Ölhandel zentrale Strasse von Hormus innerhalb von 30 Tagen wieder zu öffnen. Während einer 60-tägigen Waffenruhe solle über ein umfassenderes Abkommen verhandelt werden, sagte Gharibabadi. Seit der Schliessung der Meerenge, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung fliesst, fehlen dem Weltmarkt Millionen Barrel Öl und Gas. «Die geopolitische Risikoprämie, die in den Rohölpreis eingepreist war, wird nun recht aggressiv abgebaut, da Händler die Aussicht auf wiederhergestellte Ölströme einpreisen», sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade. Investoren beobachten zudem mit Vorsicht, wie schnell die Produzenten im Nahen Osten die Ölförderung und -exporte nach den Kriegsschäden wieder aufnehmen können und ob weitere Schiffe in die Region einlaufen werden.
(Reuters)

