Nachdem sich die Notierungen im frühen Handel zeitweise stabilisieren konnten, ging es im Tagesverlauf wieder kräftig nach unten. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August fiel erstmals seit Anfang März unter 80 US-Dollar. Zuletzt wurde das Nordsee-Öl bei 79,83 Dollar gehandelt und damit vier Prozent niedriger als am Vortag.

Deutlich nach unten ging es auch mit dem Preis für Rohöl aus den USA. Hier fiel die Notierung für die Sorte WTI zeitweise bis knapp unter 77 Dollar je Barrel. Das sind gut vier Prozent weniger als am Vortag.

Seit der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges sind die Notierungen für Rohöl auf Talfahrt. Zwischenzeitlich haben bereits die ersten iranischen Schiffe nach Angaben staatlicher Medien das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet ohne Zwischenfälle durchquert, berichtete unter anderem der iranische Sender Press TV unter Berufung auf gut informierte Kreise.

Allerdings sieht Rohstoffexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank bei den Ölpreisen in den kommenden Handelstagen nur ein begrenztes weiteres Abwärtspotenzial. «Einerseits gehen wir davon aus, dass die weiteren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein neues Atomabkommen überaus holprig verlaufen dürften», sagte die Expertin. Andererseits dürfte es selbst im Fall einer nachhaltigen Öffnung der Strasse von Hormus noch geraume Zeit dauern, bis sich der Schiffsverkehr und damit die Energieexporte aus der Golfregion wieder normalisiert haben.

(AWP)