Grund dafür sind widersprüchliche Aussagen über den Stand der Friedensgespräche zwischen den ‌USA ⁠und dem Iran, die am Markt für Verunsicherung sorgen. Rohöl der Sorte Brent ⁠und US-Leichtöl WTI verbilligen sich am Dienstag jeweils um rund ein Prozent auf 94,07 und 91,11 ‌Dollar je Barrel. Am Vortag hatten beide Sorten mehr ‌als fünf Prozent zugelegt, nachdem sie ​im Mai wegen der Hoffnung auf ein Friedensabkommen mehr als 16 Prozent gefallen waren.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag erklärt, die Gespräche mit dem Iran würden andauern. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, Teheran habe die indirekten Verhandlungen mit Washington ausgesetzt ‌und damit für Verunsicherung gesorgt. In einem Interview mit dem Sender CNBC sagte Trump zunächst, es mache ihm nichts aus, wenn die Gespräche beendet seien. Kurz darauf ​erklärte er jedoch in einem Social-Media-Beitrag, die Gespräche würden fortgesetzt. ​Dem Sender ABC News sagte er, er erwarte ​in der kommenden Woche eine Einigung zur Verlängerung des Waffenstillstands und zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus. ‌Der Libanon verkündete unterdessen am Montag eine teilweise Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel.

«Der Markt konzentriert sich derzeit darauf, ob es konkrete Fortschritte oder Rückschläge bei den ​Verhandlungen ​zwischen den USA und dem Iran gibt», ⁠sagte Tim Waterer, Analyst bei KCM Trade. Der ​Stand der Verhandlungen werde ⁠letztlich darüber entscheiden, ob die derzeitige Risikoprämie in den Ölpreisen erhalten bleibe oder zu ‌schwinden beginne. Der Iran hat seit Beginn des Krieges fast die gesamte nicht-iranische Schifffahrt durch die Strasse von Hormus unterbunden. Damit ist ‌etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasströme blockiert, was die ​Preise um 50 Prozent oder mehr in die Höhe getrieben hat.

(Reuters)