Ein ‌Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 49 Cent auf 67,56 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI fiel um 42 Cent auf 63,13 Dollar. «Der Rohölpreis ​hat zu Beginn der Woche nachgegeben, da ‌der Markt auf die konstruktiven Atomgespräche ‌zwischen den USA und dem Iran erleichtert reagiert», sagte Marktanalyst Tony Sycamore von IG. Die unmittelbare Angst vor Lieferunterbrechungen im Nahen Osten habe deutlich nachgelassen.

Nach den als positiv bewerteten Gesprächen am Freitag in Oman hatten sich ⁠der Iran und die USA auf eine Fortsetzung der Verhandlungen verständigt. Dies linderte die Sorge, dass ein Scheitern der Gespräche die Kriegsgefahr im Nahen Osten ​erhöhen könnte. Anleger befürchten bei einem Konflikt Lieferunterbrechungen, da durch ‌die Strasse von Hormus zwischen dem Oman ‍und dem Iran etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird. Bereits in der ​vergangenen Woche hatten beide Ölsorten wegen der nachlassenden Spannungen mehr als zwei Prozent nachgegeben.

Allerdings ist die Gefahr eines Konflikts nicht gebannt. Der iranische Aussenminister hatte ‌am Samstag erklärt, Teheran werde im Falle eines ⁠Angriffs US-Stützpunkte im Nahen Osten angreifen. Zudem ‌stehen weiterhin die Bemühungen im Fokus der Anleger, die Einnahmen Russlands aus seinen Ölexporten wegen ‍des Krieges in der Ukraine zu drosseln. Für ein wachsendes Angebot spricht zudem die Entwicklung in den USA: Dort erhöhten ​die Energiefirmen in der vergangenen Woche die dritte Woche ‍in Folge die Zahl der Öl- und Gasbohranlagen, wie der Ausrüster Baker Hughes am Freitag mitteilte.

(Reuters)