Die Rohölsorte Brent aus der Nordsee begrenzt am Montagnachmittag mit einem Preis von 98,70 Dollar je Fass das Plus auf 6,5 Prozent. Ein griechisch betriebener Öltanker hat mit einer Ladung saudischen Rohöls die Strasse von Hormus passiert, wie aus Daten von Schifffahrtsdienstleistern hervorgeht. An den Ölmärkten wird die Lage an der wichtigen Meerenge genau beobachtet, da wegen des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran Hunderte Schiffe auf beiden Seiten der Meerenge vor Anker liegen.
Der Suezmax-Tanker «Shenlong» mit einer Kapazität von einer Million Barrel hat im saudischen Hafen Ras Tanura Rohöl geladen, wie Schiffsverfolgungsdaten auf der Plattform MarineTraffic zeigten. Die in Athen ansässige Betreibergesellschaft Dynacom reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. «Alle Parteien ohne Ausnahme müssen die Freiheit der Schifffahrt respektieren», sagte der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Arsenio Dominguez, am Montag in London.
Laut einer Analyse von Kpler und Lloyd's List Intelligence hatten in den vergangenen Tagen bereits zwei Öltanker mit Verbindungen zum Iran die Meerenge durchquert. Zudem haben seit Beginn der Luftangriffe auf den Iran am 28. Februar mindestens fünf Tanker mit rund elf Millionen Barrel Rohöl iranische Häfen verlassen. Auch Lieferungen von Flüssiggas wurden transportiert, teilten Schiffsbeobachter und Händler zuletzt mit.
Unterdessen haben die G7-Staaten am Montag noch nicht entschieden, ob sie ihre Notfall-Ölreserven aufgrund des Preissprungs freigeben werden, sagte der französische Finanzminister. Er fügte hinzu, dass die Regierungen derzeit keinen unmittelbaren Versorgungsengpass sehen. «Wir sind noch nicht so weit», sagte Roland Lescure in Brüssel nach einem Online-Treffen der G7-Finanzminister. «Wir haben vereinbart, gegebenenfalls alle notwendigen Instrumente zur Stabilisierung des Marktes einzusetzen, einschliesslich der möglichen Freigabe notwendiger Lagerbestände.»
(Reuters)

