Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuert sich um ⁠bis zu 2,8 Prozent auf 85,64 Dollar. Am Vortag hatte Brent um 9,6 ‌Prozent zugelegt und damit den grössten Tagesgewinn seit ‌Mai 2020 erzielt. «Die jüngste Eskalation, einschliesslich ​der Wiedereinführung der Blockade durch die USA und der iranischen Reaktionen, hat eindeutig neue Risiken in den Markt gebracht», sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst von KCM Trade.

Die USA flogen am Montag die dritte Nacht ‌in Folge Angriffe gegen den Iran. Zudem setzte US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade gegen iranische Schiffe wieder in Kraft und schlug eine Gebühr von ​20 Prozent für den Schutz der Strasse ​von Hormus vor. Inmitten der Angriffe wurden ​nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Tanker des Landes von zwei ‌iranischen Marschflugkörpern getroffen.

Schifffahrtsdaten zeigten zudem am Montag, dass die Zahl der Tanker, die die Strasse von Hormus passieren, auf den niedrigsten Stand seit zwei ​Monaten ​gefallen ist. «Die entscheidende Variable, die ⁠es zu beobachten gilt, ist die physische ​Bewegung von Rohöl durch ⁠die Strasse von Hormus», sagte Analystin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova. ‌Jede nennenswerte Blockade des Tankerverkehrs würde wahrscheinlich einen weiteren Anstieg der Ölpreise auslösen. «Umgekehrt könnte ein Teil des derzeitigen geopolitischen Aufschlags ‌allmählich verschwinden, wenn die Ölexporte trotz der militärischen ​Eskalation anhalten.»

(Reuters)