Die Ölpreise haben am Mittwoch nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg anfängliche Aufschläge noch deutlich ausgeweitet. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August stieg auf 78,50 US-Dollar. Damit stieg der Preis der globalen Referenzsorte um 5,85 Prozent.
US-Präsident Donald Trump sagte, dass er keine Einigung mit dem Iran mehr wolle. Der Waffenstillstand mit dem Iran sei «was mich betrifft» beendet. «Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben», fügt er am Rande des Nato-Gipfels hinzu. Die Unterhändler «können reden, aber ich glaube, sie verschwenden ihre Zeit». Die Ölpreise weiteten so ihre Gewinne aus.
In der Nacht auf Mittwoch bombardierten die USA in Reaktion auf die Attacken gegen Tanker Ziele im Iran. Zudem setzten die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Teheran verurteilte Washingtons Vorgehen umgehend als «schwerwiegenden Verstoss» gegen das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges.
Bereits am Dienstag hatte der Brent-Preis wegen der Angriffe auf Tanker in der Strasse von Hormus drei Prozent zugelegt.
Der Iran werde «entschlossene Massnahmen ergreifen, um seine nationalen Interessen und seine Sicherheit zu wahren», schrieb Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X.
Anfang Juli war der Preis für ein Fass der Sorte Brent noch bis auf 70 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. Nach Beginn des Konflikts war der Ölpreis zunächst deutlich gestiegen. Ein Barrel der Referenzsorte Brent hatte zwischenzeitlich etwas mehr als 126 Dollar gekostet. Seit diesem Zwischenhoch Ende April ging es peu à peu nach unten. Grund für den Rückgang war die Hoffnung auf eine Lösung im Iran-Krieg, die durch die jüngsten Entwicklungen jedoch infrage gestellt wird.
(AWP)

