Allein am Mittwoch hatte das US-Militär zwei weitere Angriffswellen gegen den Iran gestartet. Die jüngste begann um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr deutscher Zeit) und endete sechs Stunden später, wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mitteilte.
Attackiert wurden demnach Kommandozentren, Flugabwehrstellungen und andere militärische Ziele. Mit den Angriffen sei die Fähigkeit des Irans eingeschränkt worden, Handelsschiffe in der Strasse von Hormus zu bedrohen. Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören.
Neben den gegenseitigen Angriffen sorgt auch die US-Seeblockade gegen iranische Häfen für Spannungen, die US-Streitkräfte nach einer zwischenzeitlichen Pause seit Dienstag wieder durchsetzen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen. Zudem griff das US-Militär am Mittwoch laut Centcom einen unbeladenen Öltanker an, der demnach einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte.
Laut Analysten von RBC Capital Markets ist der gleitende Sieben-Tage-Durchschnitt der Ölströme durch die Strasse von Hormus seit Wiederaufnahme der Kämpfe vor einer Woche um 4,6 Millionen auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag gesunken.
Die Märkte könnten sich eher an den neuen Zustand gewöhnen, als mit einer Rückkehr zur Normalität zu rechnen, sagte John Woods, Investmentchef und Leiter Investmentlösungen für Asien bei Lombard Odier, im Interview mit Bloomberg TV. Wahrscheinlicher sei «eine Art semi-permanente, periodische Störung» der Ölströme durch die Meerenge, mit der der Markt leben müsse. Brent könnte demnach dauerhaft mit einem Aufschlag von fünf bis 15 US-Dollar je Barrel gehandelt werden.
(AWP)

