Trotz der gelockerten Sanktionen für russisches Erdöl bleiben die Ölpreise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Die Massnahme der USA löste bei europäischen Partnern Kritik hervor - und sorgte am Ölmarkt für keine Entspannung. Im Gegenzug liessen Äusserungen aus den USA und dem Iran die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schwinden.
Die steigenden Ölpreise sind für Verbraucher weltweit spürbar. Obwohl vor allem Asien am Öl der Strasse von Hormus hängt, stiegen die Spritpreise auch in Europa und den USA zuletzt erheblich.
Berichte: USA schicken Verstärkung in die Region
Nach fast zwei Wochen massiver Luftangriffe der USA und Israels demonstrierte Irans Führung derweil ihre Fähigkeit zu Gegenschlägen und ist auch in der Lage, weiter die globale Ölversorgung zu stören. Wiederholt drohte Teheran, Schiffe in der Strasse von Hormus anzugreifen. Damit ist eine der wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels blockiert.
US-Präsident Donald Trump teilte derweil am Freitagabend (Ortszeit) mit, US-Streitkräfte hätten die militärischen Anlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg zerstört. Auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur habe er vorerst verzichtet, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Zugleich warnte er den Iran: Sollte der Iran oder jemand anders die Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus versuchen zu behindern, werde er die Entscheidung «sofort überdenken». Mit seiner Drohung versucht Trump nun seinerseits, einen Hebel anzusetzen.
Wie mehrere Medien berichteten, schickt das Pentagon weitere Kriegsschiffe und Marine-Infanteristen nach Nahost. Die bereits in der Region eingesetzten US-Streitkräfte erhielten dadurch Verstärkung durch Tausende Infanteristen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge.
Keine Öl-Knappheit in der Schweiz
Momentan gibt es laut Bundespräsident Guy Parmelin keine schwerwiegende Knappheit von Öl in der Schweiz. Daher sei der Bundesrat dem Aufruf der Internationalen Energieagentur zur Freigabe von Ölreserven bislang nicht gefolgt, sagte Parmelin am Freitag vor den Medien.
«Die Internationale Energieagentur hat ihre Mitgliedsländer zu einer freiwilligen Freigabe von Ölreserven aufgerufen», so der Wirtschaftsminister. Der Bundesrat könne die Reserven der Schweiz aber nur im Falle einer schwerwiegenden Knappheit freigeben. «Es gibt daher keine rechtliche Basis, um den aktuellen Appell positiv zu beantworten.»
(AWP)

