Die Inflation sei zwar «nach wie ‌vor ⁠zu hoch», sagte John Williams, Chef des Zentralbankbezirks New York, am ⁠Dienstag in einem Interview des TV-Senders Fox Business. Doch sei der Rückgang ‌der Energiepreise eine gute Nachricht. Er erwarte, ‌dass sie weiter abebbten und ​die Inflation nachlasse: «Ich blicke etwas optimistischer auf die kurzfristige Inflationsentwicklung, da wir einen Rückgang der Energiepreise erleben werden.» Der neue Chef der Federal Reserve, Kevin Warsh, sagte jüngst auf dem EZB-Forum in ‌Sintra, die Inflationserwartungen und -gefahren hätten sich in den vergangenen Wochen abgeschwächt. Zugleich bekräftigte er das Bekenntnis, die Teuerungsrate wieder auf das ​Zwei-Prozent-Ziel der Fed zu bringen.

Die Notenbank achtet ​dabei besonders auf ein Inflationsmass, das ​auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher ausgerichtet ist - den sogenannten PCE-Index. Die ‌daraus berechnete Teuerungsrate schnellte im Mai infolge des vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschubs auf 4,1 Prozent von 3,8 Prozent im April in die ​Höhe. ​Mittlerweile haben sich die ⁠Ölpreise jedoch wieder auf Vorkrisenniveau eingependelt. Williams ​sagte, das weitere Vorgehen ⁠der Federal Reserve hänge von der Datenlage ab und ‌von den Risiken für den Ausblick: «Meiner Ansicht nach ist die Geldpolitik derzeit gut aufgestellt. Wir müssen nun ‌abwarten, wie sich die Wirtschaft in den kommenden ​Monaten entwickelt.»

(Reuters)