Online-Apotheke - Zur Rose verharrt deutlich in den roten Zahlen

Die Versandapotheke Zur Rose hat für das erste Halbjahr 2020 wie erwartet einen Verlust ausgewiesen.
19.08.2020 07:55
Walter Oberhänsli ist CEO und Mitgründer der Online-Apotheke Zur Rose.
Walter Oberhänsli ist CEO und Mitgründer der Online-Apotheke Zur Rose.
Bild: cash

Dennoch sieht sich das Unternehmen auf Kurs und erwartet ab dem kommenden Jahr ein deutliches Wachstum im Bereich rezeptpflichtiger Medikamente. Der Ausblick für das gesamte Jahr wurde bestätigt.

Konkret wies die Gruppe auf Stufe EBITDA einen operativen Verlust von 24,5 Millionen Franken aus nach einem Minus von 2,5 Millionen in der Vorjahresperiode. Unter dem Strich resultierte Verlust von 52,3 Millionen, nach einen Fehlbetrag von "nur" 17,1 Millionen im Vorjahr.

Negativ auf dem operativen Gewinn hätten sich Aufwendungen von 13 Millionen Franken Zusammenhang mit Akquisitionen und Integrationen ausgewirkt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Wachstum bleibt im Fokus

Und doch sieht sich die Gruppe auf Kurs. Die eigene Wachstums- und Plattformstrategie sei auch im ersten Halbjahr 2020 planmässig fortgesetzt worden, heisst es. So sei etwa durch die Übernahme der Versandaktivitäten von Apotal die Nummer-Eins-Position in Deutschland mit 1,1 Millionen zusätzlichen Kunden weiter ausgebaut worden.

Die Umsätze inklusive Medpex stiegen im ersten Semester denn auch um 5,0 Prozent auf 810 Millionen Franken, wie Zur Rose bereits Mitte Juli bekanntgab. In Lokalwährungen lag das Wachstum bei 9,2 Prozent. Allerdings hat die Versandapotheke im zweiten Quartal damit gegenüber dem ersten auch etwas an Schwung verloren.

Dabei habe sich der eingeschränkte Betrieb verschiedenerer Arztpraxen infolge der Massnahmen gegen die Coronakrise in den Monaten April und Mai negativ auf die Verkäufe ausgewirkt, so die Gruppe. Im ersten Quartal habe man dagegen wegen der Pandemie noch von Vorratskäufen profitiert.

Guidance bestätigt

Nun scheint die Gruppe aber wieder von einer Normalisierung des Wachstums auszugehen und hat die bisherige Guidance für das Gesamtjahr 2020 bestätigt. So erwartet die Online-Apotheke einschliesslich Medpex nach wie vor ein Umsatzwachstum von 10 Prozent.

Und weiterhin gilt auch das Break-Even-Ziel beim EBITDA - allerdings auf bereinigtem Niveau, also vor Aufwendungen für zusätzliche Wachstumsinitiativen. Für das erste Halbjahr lag der bereinigte EBITDA trotz einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr noch bei -11,5 Millionen Franken.

Ab dem kommenden Jahr rechnet Zur Rose dann mit einem deutlichen Wachstum im Bereich rezeptpflichtiger Medikamente. Entsprechend wird auch die mittelfristige Erwartung für den Umsatz von 3 Milliarden Franken bestätigt. Und die um Wachstumsinitiativen bereinigte EBITDA-Zielmarge liegt weiter bei rund 8 Prozent.

Weiteres Umsatz- und Ergebnispotenzial verspricht sich die Versandapotheke vor allem auch durch verpflichtende Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland ab 2022.

(AWP)

 
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