Für das internationale Seminar unter anderem mit Konzernchefs der Branche und Energieministern der Opec am 5. und 6. Juli hätten die Reporter der drei Medien keine Einladung erhalten, sagten Journalisten und mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Die Opec wollte sich dazu nicht äussern.

Bloomberg, das WSJ und Reuters gehören zu den weltweit führenden Anbietern von Finanznachrichten und -informationen. Sie konkurrieren bei der Berichterstattung in Echtzeit bei Veranstaltungen wie dem Opec+-Treffen, das einen wesentlichen Einfluss auf den Ölpreis und die weltweiten Energiekosten haben kann. Die Opec+, in der die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und andere Förderer wie Russland eingebunden sind, produziert rund 40 Prozent des weltweiten Angebots.

"Wir glauben, dass Transparenz und eine freie Presse den Lesern, den Märkten und dem öffentlichen Interesse dient", sagte ein Reuters-Sprecher. Reuters wolle weiter unabhängig, unparteiisch und zuverlässig über die Opec berichten. Beim Wall Street Journal war zunächst keine Stellungsnahme zu erhalten. Bloomberg teilte mit, dass man sehr besorgt sei über die Aussicht, dass bestimmte Journalisten, einschliesslich Reporter von Bloomberg, bei dem Seminar ausgeschlossen würden.

Reuters, Bloomberg und das WSJ waren schon Anfang Juni nicht zum halbjährlichen Treffen der Ölförder-Länder in Wien eingeladen. Reuters bekam damals von der Opec keine Antwort auf die Frage, warum es keine Einladungen an Reuters-Reporter zur Berichterstattung über das Treffen gab. Ohne Einladung bekommen Journalisten laut Opec-Insidern keine Akkreditierung, um den Tagungsort zu betreten oder um an der Pressekonferenz am Ende der Veranstaltung teilzunehmen.

(Reuters)