So stiegen die Erlöse aus dem Cloud-Geschäft insgesamt im dritten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar (7,7 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das Geschäft mit Cloud-Infrastruktur darunter wuchs im abgelaufenen Quartal gar um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Oracle übertraf damit die durchschnittliche Erwartung von Analysten.
Die Aktie sprang in einer ersten Reaktion nachbörslich bereits deutlich nach oben, im vorbörslichen US-Handel am Mittwoch war das Plus sogar noch stärker. Das Papier gewann zuletzt 10,4 Prozent auf 165 Dollar und würde damit im Hauptgeschäft die Kursstabilisierung seit Anfang Februar fortsetzen. Zuvor war der Kurs vom Rekordhoch im September um rund 60 Prozent eingebrochen, weil es bei Anlegern Zweifel gibt, ob die gewaltigen Investitionen in KI-Rechenzentren jemals zurückverdient werden können. Die Aussichten für die Infrastruktursparte hätten sich gebessert, schrieben nun die Analysten von Goldman Sachs.
Das Unternehmen verwies auf einen Auftragsbestand, der künftige Umsätze in Höhe von 553 Milliarden Dollar einbringen soll - mehr als vier Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Im dritten Quartal sei diese Kennzahl um 29 Milliarden gestiegen, das meiste davon waren dem Unternehmen zufolge Grossverträge für KI-Technik. Oracle erwartet nicht, dafür eigene zusätzliche Schulden aufnehmen zu müssen: Entweder seien die Verträge über Vorauszahlungen der Kunden abgesichert oder die Kunden brächten ihre selbst gekauften KI-Grafikrechenchips (GPU) dafür mit.
Der weitgehend von Tech-Milliardär Larry Ellison beherrschte Konzern arbeitet unter anderem an einem hunderte Milliarden Dollar teuren Infrastruktur-Projekt für Künstliche Intelligenz mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI zusammen.
Insgesamt stieg der Oracle-Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Unterm Strich verdiente der Konzern knapp 3,7 Milliarden Dollar nach 2,94 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.
(AWP)

