Osram-Übernahme - Lässt sich AMS in einen Bieterstreit verwickeln?

AMS ist bei Osram noch nicht am Ziel. Denn zwei Finanzinvestoren könnten den Sensorenhersteller ausstechen. Je nachdem wie AMS darauf reagieren würde, hätte das weitreichende Konsequenzen für die Aktie.
20.08.2019 15:32
Von Lorenz Burkhalter
AMS-Chef Alexander Everke muss bei seinen Osram-Übernahmeplänen Disziplin beweisen.
AMS-Chef Alexander Everke muss bei seinen Osram-Übernahmeplänen Disziplin beweisen.
Bild: cash

Als AMS den Aktionären von Osram am Sonntag vor einer Woche eine milliardenschwere Übernahmeofferte vorlegte, reagierte die Börse tags darauf unterkühlt. Sie watschte die Aktie des Sensorenherstellers aus dem österreichischen Unterpremstätten alleine an diesem Tag mit einem satten Minus von fast 12 Prozent ab.

Mit den gebotenen 38,50 Euro je Aktie in bar will der Sensorenhersteller eine frühere Offerte der Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle in Höhe von 35 Euro ausstechen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erwägen die beiden Finanzinvestoren aber nun eine Offertnachbesserung.

Wie es im hiesigen Berufshandel heisst, bleiben AMS dann nur zwei Möglichkeiten: Entweder der Sensorenhersteller gibt sich geschlagen und hängt seine Übernahmepläne an den Nagel, oder aber auch er legt beim Preis noch einmal eine Schippe drauf und risikiert, in einen kostspieligen Bieterstreit mit Bain Capital und Carlyle hineingezogen zu werden. Ersteres spräche bei AMS für einen höheren Aktienkurs, letzteres für einen deutlich tieferen. Denn Händler verweisen auf den Umstand an, dass AMS bereits bei 38,50 Euro je Osram-Aktie eine 1,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung durchführen und dennoch eine deutlich höhere Nettoverschuldung in Kauf nehmen muss.

Analysten sind vorwiegend skeptisch

Noch gibt sich die Börse eher entspannt. Nach einem frühen Vorstoss bis auf 41,87 Franken verliert die AMS-Aktie mittlerweile 1,4 Prozent auf 40,24 Franken.

In Analystenkreisen gibt man sich vorwiegend skeptisch, was die Übernahmepläne anbetrifft. So schreibt die britische Liberum zwar, dass AMS mit einem Kauf von Osram die hohe Abhängigkeit vom stark schwankenden Geschäft mit Sensoren für die Unterhaltungselektronikindustrie verringern und sich breiter abstützen kann. Osram sehe sich jedoch weniger zyklusbedingten als vielmehr strukturell bedingten Herausforderungen gegenübergestellt. Diese Herausforderungen seien auch unter dem Dach von AMS nur schwer zu meistern, so die britische Investmentbank weiter.

Die Hamburger Privatbank Hauck & Aufhäuser verweist ihrerseits auf die hohen Einstandskurse der beiden Osram-Schlüsselaktionäre Allianz Global Investors (durchschnittlicher Einstandspreis: 41,50 Euro) und DWS (durchschnittlicher Einstandspreis: 48,52 Euro). Alleine schon deshalb schliesst man bei Hauck & Aufhäuser nicht aus, dass AMS das 38,50 Euro je Aktie schwere Übernahmeangebot auch ohne eine höhere Gegenofferte durch Bain Capital und Carlyle nachbessern muss.

Eine Nachbesserung - aus was für Gründen auch immer - hätte allerdings eine umfangreichere Kapitalerhöhung zur Folge und würde zu einer höheren Nettoverschuldung führen. Ob sich die Übernahmepläne dann noch rechnen würden, bleibt fraglich. Der cash Insider vermutet in der Übernahme von Osram gar so etwas wie eine Verzweiflungstat (cash berichtete).

 

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