"Beim Asyl-Pakt muss berücksichtigt werden, dass Österreich bei den Asylanträgen ausserordentlich belastet ist und nicht weniger belasteten Mitgliedstaaten Solidarität leisten kann. Wir erwarten Solidarität von anderen", sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) der Zeitung "Welt" (Mittwochausgabe) vor den Beratungen der Innenminister der Europäischen Union (EU) am Donnerstag in Luxemburg.

Zugleich drang Karner auf eine zügige Einigung beim Schutz der europäischen Aussengrenzen. "Die Regierungschefs haben im Frühjahr auf ihrem Gipfel einen robusten Aussengrenzschutz beschlossen. Jetzt müssen wir den nächsten Schritt setzen und schnelle Asylverfahren an der Aussengrenze beschliessen." Ein robuster Aussengrenzschutz und schnelle Asylverfahren an der Aussengrenze würden den Schleppern die Geschäftsgrundlage entziehen und Asylmissbrauch und illegale Migration verhindern.

Österreich gehörte laut dem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr in Bezug auf die Zahl der Asylanträge zu den am meisten belasteten Ländern in der EU. Es wurden demnach mehr als 112.000 Asylanträge gestellt, eine Verdreifachung gegenüber 2021.

Die EU-Innenminister beraten am 8. Juni über die seit Jahren strittige Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). Es geht dabei um die Frage, ob und für welche Migranten es an den Aussengrenzen Europas schnelle Asylverfahren geben soll. Offen ist auch, wie die Flüchtlinge insbesondere im Krisenfall auf die Mitgliedstaaten solidarisch verteilt werden sollen.

(Reuters)