Die fein abgestuften Zugangsberechtigungen der Software seien das wirksamste Mittel, um staatliche Eingriffe in das Privatleben zu verhindern, betonte Konzernchef Alex Karp bei der Vorlage der Geschäftszahlen am Dienstag. Auf die jüngsten Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE im US-Bundesstaat Minnesota ging er nicht ein. Bei den Protesten gegen das gewaltsame Vorgehen von ICE gegenüber Einwanderern waren zwei US-Bürger getötet worden.
Für Palantir ist der Staat ein wichtiger Wachstumstreiber. Die Umsätze mit der Regierung in Washington stiegen den Angaben zufolge im vierten Quartal um 66 Prozent auf 570 Millionen Dollar. Dieser Trend werde sich 2026 voraussichtlich fortsetzen. Das vom Milliardär Peter Thiel gegründete Unternehmen liefert ICE unter anderem ein System zur Ermittlung illegaler Einwanderer. Thiel ist ein früher Unterstützer von US-Präsident Donald Trump und pflegt enge Kontakte zu führenden Politikern wie dem Vizepräsidenten JD Vance. Einige deutsche Bundesländer setzen ebenfalls auf die Analysesoftware von Palantir.
Wegen der Vorfälle in Minnesota stehen Unternehmen, die mit ICE zusammenarbeiten, unter Druck. Der französische IT-Konzern Capgemini hat daraufhin den Verkauf seiner US-Tochter für das Regierungsgeschäft angekündigt.
Im vierten Quartal 2025 erwirtschaftete Palantir den Angaben zufolge einen überraschend hohen Umsatz von 1,41 Milliarden Dollar. Für 2026 peilt der Konzern Gesamterlöse von 7,18 bis 7,20 Milliarden Dollar an. Dies entspräche einem Plus von mehr als 60 Prozent im Vergleich zu 2025. Die Aktien des Unternehmens stiegen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um fünf Prozent.
(Reuters)

