Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble leidet unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei wichtigen Alltagsprodukten. Der Hersteller von Pampers-Windeln und Ariel-Waschmittel verfehlte ‌mit ‌seinem Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 knapp die Markterwartungen. Grund dafür war die schwache Nachfrage nach Produkten wie Waschmittel und Toilettenpapier in den USA, ​wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Ein starkes ‌Geschäft mit Schönheitsprodukten konnte dies nicht ‌ausgleichen. Der bereinigte Gewinn übertraf gleichwohl die Prognosen.

Insbesondere einkommensschwächere Haushalte hielten sich angesichts hoher Preise, eines schwachen Arbeitsmarktes und allgemeiner Unsicherheit zurück. Verschärft wurde die Lage durch einen «Shutdown» der US-Regierung, der im Oktober und November zu ⁠verzögerten Auszahlungen von Lebensmittelhilfen führte. Insgesamt sank das Verkaufsvolumen im zweiten Quartal um ein Prozent, während die Preise um ein Prozent stiegen. Der Nettoumsatz lag ​bei 22,21 Milliarden Dollar und damit knapp unter den ‌Analystenschätzungen von 22,28 Milliarden Dollar. Lediglich im ‍Geschäftsbereich Schönheitspflege, der für etwa 18 Prozent des Gesamtumsatzes steht, stieg das Volumen ​um drei Prozent.

Für die Zukunft zeigte sich der seit Jahresbeginn amtierende Vorstandschef Shailesh Jejurikar vorsichtiger. Er senkte das Jahresziel für das Wachstum des Nettogewinns ‌je Aktie auf ein bis sechs Prozent, ⁠nachdem zuvor drei bis neun Prozent avisiert worden ‌waren. Als Grund nannte Jejurikar höhere Kosten für Restrukturierungen. Die Kernziele für Umsatz und ‍Ergebnis für das Gesamtjahr 2025/26 bestätigte er jedoch. P&G plant, über zwei Jahre rund 7000 Stellen ausserhalb der Produktion abzubauen und ​trennt sich von Geschäftsbereichen mit schwacher Entwicklung. 

(Reuters)