Einem aktuellen Marktkommentar des zuständigen Vontobel-Analysten Andreas Venditti zufolge dürften die Rücknahmebeschränkungen auf 5 Prozent pro Quartal bei reifen Evergreen-Fonds für einen längeren Zeitraum bestehen bleiben – wohl bis 2028. Zur Erinnerung: Als Partners Group im Juni eine solche Beschränkung ankündigte, sackte die Aktie an einem Handelstag um 16 Prozent ab.

Die Fonds weisen zwar, so Venditti, eine starke langfristige Erfolgsbilanz auf, wobei die Performance mit 9 bis 9,5 Prozent pro Jahr nach Gebühren beziffert wird. Doch die Zinswende des Jahres 2022 führte in verschiedener Hinsicht zu einem Knick: Erstens gegenüber dem historischen Track-Record, zweitens gegenüber den angestrebten 10 bis 12 Prozent Nettoerträgen und drittens gegenüber der Performance von Evergreen-Fonds, die nach 2022 aufgelegt wurden und die man daher als neu bezeichnen kann.

Die Underperformance von reifen gegenüber neuen Evergreen-Fonds lasse sich sodann durch eine hohe Allokation in Vermögenswerte erklären, die vor dem starken Zinsanstieg 2022 – zu hohen Multiplikatoren – erworben worden seien, so der Vontobel-Analyst. Anders gesagt: Partners Group hat gewisse Altlasten in manchen seiner Fonds.

Tiefe Bewertung spiegelt schwaches Wachstum

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Partners Group liegt bei 14,6x und damit so tief wie seit Jahren nicht mehr. Das scheint attraktiv, ist es aber nicht unbedingt. Venditti sieht in der tiefen Bewertung ein Spiegelbild des geringeren erwarteten Wachstums.

Die langfristige durchschnittliche AuM-Wachstumsrate der verwalteten Vermögen betrug zwischen 2007 und 2025 rund 14 Prozent pro Jahr. Der Vontobel-Experte schätzt das Wachstum der Jahre 2027 bis 2029 nun auf 4, 8 und 10 Prozent – nach «bescheideneren» 2 Prozent im Gesamtjahr 2026.

Die vollständige Bewältigung der historisch gewachsenen Probleme, gerade bei den reifen Evergreen-Fonds, werde Zeit in Anspruch nehmen und mittelfristig zu einem geringeren Wachstum der verwalteten Vermögen führen, als das Management anstrebe, heisst es im Vontobel-Kommentar vom Donnerstagmorgen. Hinzu kommt die Aussicht auf wieder steigende Zinsen, die Privatmarkt-Unternehmen wie Partners Group belasten. 

Der Experte senkt seine Schätzungen für die Gebührenmarge und das Performance-Einkommen. Auch das Kursziel sinkt von 940 auf 860 Franken. Es bleibt damit noch deutlich über der aktuellen Notierung. Die Aktie des Unternehmens aus Baar reagiert denn auch nicht negativ auf den Vontobel-Kommentar. Sie steigt am Donnerstag um 0,9 Prozent auf 671,40 Franken.

Das Rating bleibt bei «Hold». Venditti sieht denn auch langfristiges Potenzial für Partners Group. Anleger, welche die aktuelle Schwächephase durchhalten wollen, heften sich an die Dividendenrendite von derzeit 6,9 Prozent und die Aussicht, dass das Partners-Group-Management an der seit Jahren soliden Dividendenpolitik festhält.

(cash)