Zuvor hatten sich rund drei Viertel der Investoren des an der Londoner Börse kotierten «Partners Group Private Equity Limited» (PGPE) in einer Abstimmung für die Option eines Ausstiegs ausgesprochen.

Der PGPE-Verwaltungsrat hatte den Aktionären im Juni ursprünglich eine neue Aktienstruktur mit «Beteiligungsaktien» und «Realisierungsaktien» vorgeschlagen, letztere hätten den Investoren einen Ausstieg ermöglicht. Nun hätten aber Investoren mit 74,1 Prozent der Aktien für eine Umwandlung in sogenannte «Realisierungsaktien» gestimmt, teilte PGPE am Montag mit.

Der Verwaltungsrat des britischen Fonds hat den ursprünglichen Plan nun zurückgezogen: Die PGPE-Aktionäre haben damit an einer für den (morgigen) Mittwoch angesetzten ausserordentlichen Generalversammlung lediglich noch über den Beschluss für eine kontrollierte Abwicklung der Gesellschaft zu befinden.

Hohe Kursabschläge

Die seit 2007 an der Londoner Börse kotierte Gesellschaft, deren Investitionen von Partners Group verwaltet werden, umfasste per Ende Juli 2026 ein Vermögen von rund 770 Millionen Euro. Die PGPE-Titel werden laut Medienberichten mit Abschlägen von rund 40 Prozent auf den inneren Wert gehandelt. Laut dem Verwaltungsrat sehen sich zahlreiche in Grossbritannien kotierte Investmentfonds mit solchen Abschlägen konfrontiert.

Partners Group habe die nun vorliegende Lösung einer Veräusserung der Beteiligungen gemeinsam mit dem PGPE-Verwaltungsrat erarbeitet, sagte ein Partners Group-Sprecher auf AWP-Anfrage. Die Lösung adressiere die strukturellen Herausforderungen börsenkotierter Anlagevehikel und entspreche in ihrer Ausgestaltung einem klassischen geschlossenen Fonds («Closed-End Fund»).

«Mehrere institutionelle Investoren haben zudem signalisiert, dass sie auch künftig über andere Anlagelösungen mit Partners Group investieren werden», betonte der Sprecher.

Unterschiedliche Strukturen

Partners Group hat sich im laufenden Jahr bei mehreren seiner Fonds mit vermehrten Rücknahmebegehren von Seiten von privaten Investoren konfrontiert gesehen. Anfang Juni war der Aktienkurs des Zuger Privatmarktspezialisten stark abgesackt, nachdem er die Rücknahmen bei seinem Fonds «Global Value Sicav» eingeschränkt hatte.

Vergangene Woche hatte die Gesellschaft für den «Global Value Sicav» nun eine Aufteilung in zwei «Teilportfolios» angekündigt. Dabei zielt eines der Teilportfolios auf langfristigen Wertzuwachs, während das andere aus einem «ausschüttenden Fonds» besteht, der den Investoren auch einen Rückzug ermöglicht.

Die Neustrukturierung des «Global Value Sicav» könne nicht mit den Vorgängen beim Londoner PGPE verglichen werden, betonte der Sprecher. Es handle sich um «zwei ganz unterschiedliche Strukturen.» Bei den Investoren werde die neue Fondsstruktur des «Global Value Sicav» Anklang finden: «Wir haben diese Weiterentwicklung gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern vorbereitet. Sie stehen diesem Schritt positiv gegenüber und unterstützen ihn.»

Aktienkurs im Plus

Der Partners Group-Aktienkurs notiert am Dienstagvormittag an der Schweizer Börse um rund 1,2 Prozent im Plus, womit er ungefähr im Einklang mit dem Gesamtmarkt zulegt. Im Gesamtjahr sind die Titel des Privatmarktanbieters mit einem Minus von 38 Prozent allerdings weiterhin der klar schwächste Bluechip.